Extreme Social-Media-Nutzer sind öfter psychisch krank

Stundenlang surfen, posten und liken in sozialen Netzwerken kann Jugendlichen psychische Probleme bereiten. (Foto: Bilderbox)
Stundenlang surfen, posten und liken in sozialen Netzwerken kann Jugendlichen psychische Probleme bereiten. (Foto: Bilderbox)

(dbp/spo) Jugendliche, die mehr als zwei Stunden täglich auf Social-Media-Websites surfen, haben eher psychische Probleme als andere. Das ist das Ergebnis einer US-amerikanischen Studie.

753 Schüler aus den Klassen sieben bis zwölf hatten dabei im Rahmen einer Jugendgesundheitsstudie Angaben zu ihrer Social-Media-Nutzung gemacht. Gut ein Viertel davon nutzt soziale Medien – und dazu zählen neben sozialen Netzwerken auch Blogs, Mikroblogs sowie Online-Multiplayer-Rollenspiele und virtuelle Welten – länger als zwei Stunden täglich. 54 Prozent surfen dort zwei Stunden oder weniger.

Jene, die täglich länger als zwei Stunden soziale Medien nutzen, tendierten in der Befragung dazu, ihre psychische Gesundheit als „schlecht“ einzustufen. Je mehr ihnen die Webseiten bedeuteten, desto höher war offenbar das Risiko für psychische Belastungen.

Warnzeichen weisen auf psychische Probleme hin

„Dabei ist offen, ob diese Jugendlichen durch ihre Nutzung psychisch krank werden oder eher bereits psychisch krank sind und vermutlich auf den Websites nach Hilfe suchen“, sagt Dr. Uwe Büsching vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). „Die Anonymität der Seiten erleichtert es ihnen, dort nach Hilfsangeboten Ausschau zu halten oder sogar etwas von sich preis zu geben, aber im Glauben, es sei alles anonym.“

Den Eltern rät Dr. Büsching, bei Teenagern auf Stimmungsschwankungen, verändertes Essverhalten, Schlafprobleme und Persönlichkeitsveränderungen zu achten. Das seien Warnzeichen für psychische Probleme, die auch mit dem Jugendarzt besprochen werden können. Am besten sei es, wenn zwischen Eltern und Kindern ein so offenes Verhältnis herrscht, dass die Kinder von sich aus von ihrer Internetnutzung berichten.