Extra-Kalorien helfen ALS-Patienten

Professor Dr. Albert C. Ludolph von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie. (Foto: DGN / Universität Ulm)
Professor Dr. Albert C. Ludolph von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie. (Foto: DGN / Universität Ulm)

(dbp/auh) Die Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) ist eine chronisch-degenerative Erkrankung des zentralen Nervensystems.

In Deutschland leben nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) 6.000 bis 8.000 Menschen mit dieser Nervenkrankheit. Die fortschreitenden Lähmungen führen schließlich dazu, dass die Patienten künstlich ernährt und beatmet werden müssen.

Wenn ALS-Patienten über eine Magensonde ernährt werden, profitieren sie offenbar von einem erhöhten Körpergewicht und der Zufuhr besonders kalorienreicher Nahrung. Diese Beobachtung, die Neurologen in Deutschland gemacht haben, wurde nun in einer kleinen US-amerikanischen Studie bestätigt. „Zwar ist die Aussagekraft dieser Untersuchung begrenzt, wir haben aber mit bisher vier Mal so vielen Patienten ganz ähnliche Resultate“, berichtet Professor Albert C. Ludolph von der DGN. „Es zeichnen sich Vorteile hinsichtlich der Lebenserwartung ab“, so Ludolph, einer der führenden ALS-Experten und Ärztlicher Direktor der Neurologie der Universitäts- und Rehabilitationskliniken Ulm.

In der US-Studie wurde auch festgestellt, dass die Extra-Kalorien besser aus Kohlenhydraten und nicht aus Fetten bestehen sollten. Ob auch für oral ernährte Patienten eine Verbesserung der Lebenserwartung durch eine hochkalorische Ernährung erreicht werden kann, soll in Kürze durch eine Interventionsstudie geprüft werden. Professor Ludolph: „Mit Finanzierung der Deutschen Forschungsgemeinschaft werden wir hierzulande im Herbst solch eine Untersuchung beginnen können. Gesucht werden dazu noch bis zu 200 Patienten, die dann unter kontrollierten Bedingungen täglich circa 400 Kalorien zusätzlich erhalten sollen