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Darmkrebs-Vorsorge

Als Polyp wird jedes Gewächs im Darm bezeichnet. Wir unterscheiden echte Neoplasien (Adenome) von sogenannten nichtneoplastischen Polypen (z.B. hyperplastischer Polyp).

Bisher geht die Lehrmeinung davon aus, dass nur aus den echten neoplastischen Polypen kolorektale (Dickdarm-)Karzinome entstehen können. In den letzten Jahren sind verschiedene Entstehungswege erkannt und untersucht worden. Wenn bei der Darmspiegelung (Koloskopie) ein Polyp gefunden wird, dann sollte dieser möglichst sofort entfernt (ektomiert) werden. Überwiegend ist das ambulant möglich. Nur wenn zu viele Polypen (Polyposis) vorliegen oder Polypen zu groß sind, individuelle Faktoren (Begleitkrankheiten etc.) dagegen sprechen oder bereits der Verdacht auf eine bösartige Entartung vorliegt, wird der Patient stationär zur weiteren Therapie eingewiesen.

Können Sie selbst der Entstehung von Polypen bzw. Darmkrebs entgegenwirken?

Ja, das können Sie. Nutzen Sie alle Möglichkeiten der Vorsorge. Ab dem 50. Lebensjahr können Sie bei Ihrem Hausarzt, Gynäkologen oder Urologen einen Stuhltest durchführen lassen, der auch von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) bezahlt wird. Zusätzlich werden Selbstzahlertests angeboten, die teilweise besser abschneiden als der GKV-Test. Gehen Sie außerdem ab dem 55. Lebensjahr zur Koloskopie. Diese Untersuchung kann bei unauffälligem Befund nach 10 Jahren wiederholt werden. Es werden noch weitere Untersuchungen angeboten: Kolographie mittels CT oder MRT. Im Nachweis von großen Polypen sind beide Untersuchungen inzwischen so gut wie die Koloskopie. Wesentlicher Nachteil: Gefundene Polypen können nicht sofort entfernt werden – eine Koloskopie wird dann zusätzlich erforderlich. Die CT hat einen weiteren wesentlichen Nachteil: die Strahlung, die ein erhebliches Krebsrisiko darstellt.

Können Sie mit einer gesunden Lebensführung die Entstehung von Polypen und Darmkrebs beeinflussen?

Übergewicht, wenig Bewegung und Rauchen sind Risikofaktoren. Bewegung ist günstig. Auch eine ausgewogene ballaststoffreiche Kost wirkt günstig (mediterrane Kost). Studien haben ergeben, dass Personen, die häufig rotes Fleisch (Wild, Rind) verzehren, öfter an Darmkrebs erkranken.

Die Koloskopie

Ziel ist es, die asymptomatischen Vorstufen von Darmkrebs (die sogenannten Adenome) zu erkennen. Die Koloskopie ist die einzige Untersuchungsmethode, mit der Polypen sofort während der Untersuchung entfernt werden können. Die Untersuchung selbst ist heute sehr schonend durchführbar. Ich empfehle jedem Patient eine Beruhigungsspritze (Prämedikation). Die Vorsorgekoloskopie kann seit Oktober 2002 durchgeführt werden. Anspruchsberechtigt ist jeder über 55 Jahre alte GKV-Versicherte. Die Untersuchung kann bei der Erstuntersuchung zwischen dem 55. und 65. Lebensjahr nach 10 Jahren noch einmal wiederholt werden. Für Blutsverwandte von Patienten mit Darmkrebs sollte individuell geprüft werden, ob ein Anspruch auf eine Koloskopie zur Erkennung von Vorstufen besteht. Für eine optimale Beurteilbarkeit des Kolons (Dickdarm) ist es erforderlich, dass der Darm komplett entleert wurde. Dafür biete ich individuelle Lösungen an. Detaillierte Anweisungen erhalten Sie bei einem vorbereitenden Gespräch.

Wünschen Sie eine Beruhigungsspritze, dann müssen Sie nach der Untersuchung von einer Begleitperson nach Hause begleitet werden. Alternativ rufen wir Ihnen ein Taxi. Am Untersuchungstag dürfen Sie nach einer Prämedikation nicht selbst ein Fahrzeug (Auto, Motorrad, Moped, Fahrrad) fahren. Planen Sie für den Untersuchungstag keine weiteren wichtigen Termine ein. Bringen Sie bitte einmal Unterwäsche zum Wechseln mit.