Essverhalten von Kindern beobachten

Kinder sind bis zum Vorschulalter manchmal sehr eigen in Ihrem Essverhalten (Foto: Fotolia/photophonie
Kinder sind bis zum Vorschulalter manchmal sehr eigen in Ihrem Essverhalten (Foto: Fotolia/photophonie

(dbp/fru) „Bähh, das will ich nicht essen!“ Diesen Satz hören Eltern bis zum Vorschulalter sehr häufig.

Und tatsächlich sind Kinder bis zum Besuch der ersten Klasse sehr eigen in ihrem Essverhalten und der Auswahl der Speisen. Grundsätzlich ist das kein Anlass zur Sorge, so lange sich das Kind gesund entwickelt und aktiv ist.

Falls Kinder jedoch im Schulalter noch sehr wählerisch sind und gar bestimmte Speisen ohne Grund komplett meiden, kann sich dahinter eine vermeidende oder restriktive Essstörung (Avoidant/Restrictive Food Intake Disorder bzw. ARFID) verbergen. „Kinder mit ARFID wollen nicht schlucken, weil sie befürchten zu ersticken, zu erbrechen oder ihnen die Beschaffenheit einer Nahrung widerstrebt. Andere klagen über Bauchschmerzen und mangelnden Hunger. Meist verbirgt sich Angst dahinter. Betroffene Kinder leiden längerfristig unter Untergewicht, Wachstumsproblemen und unter Mangelernährung“, beschreibt Dr. Harald Tegtmeyer‐Metzdorf, Sprecher des Ausschusses Psychosomatik und Psychotherapie vom Berufsverband der Kinder‐ und Jugendärzte (BVKJ), dieses Krankheitsbild.

Laut einer Schweizer Studie sind zirka 3 Prozent der Kinder zwischen acht und 13 Jahren davon betroffen. „Kinder‐ und Jugendärzte sind die ersten Ansprechpartner für Eltern. Heikles Essverhalten sollten Mütter oder Väter deshalb in der Sprechstunde unbedingt ansprechen“, rät Tegtmeyer‐Metzdorf.