Essen auf Rädern

Bei „Essen auf Rädern“ sind unter anderem Portionsgrößen und Rezepturen der Mahlzeiten an den Nährstoffbedarf älterer Menschen angepasst. (Foto: ArtCookStudio / Fotolia)
Bei „Essen auf Rädern“ sind unter anderem Portionsgrößen und Rezepturen der Mahlzeiten an den Nährstoffbedarf älterer Menschen angepasst. (Foto: ArtCookStudio / Fotolia)

Mobiler Service für Menschen, die nicht mehr mobil sind.

(dbp/nas) Mehr als 300.000 Menschen in Deutschland nutzen „Essen auf Rädern“: einen Service, der ihnen Mahlzeiten nach Hause bringt. Rund 2.500 Anbieter gibt es laut Professor Dr. Ulrike Arens-Azevedo von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) – vom kleinen Altenheim, das für Kunden in der Umgebung noch frisch kocht bis hin zu Unternehmen, die auf industrielle Großproduzenten zurückgreifen, Firmen ebenso wie Träger der freien Wohlfahrtspflege.

Etliche Anbieter haben sich speziell auf ihre „Zielgruppe“ eingestellt, sagt Ulrike Arens-Azevedo: Im Unterschied zu herkömmlichen Tiefkühlmenüs oder Mikrowellengerichten aus dem Supermarkt sind zum Beispiel die Portionsgrößen und die Rezepturen der Mahlzeiten auf den Nährstoffbedarf älterer Menschen zugeschnitten.

Checkliste für die Auswahl eines Menüdienstes

Im Lauf des Lebens sinkt der Energie- und damit der Kalorienbedarf eines Menschen deutlich. Bei Männern ist er im Alter von 75 rund 20 Prozent niedriger als bei einem 25-Jährigen, bei Frauen macht die Differenz 15 Prozent aus. Viele Ältere leiden unter einer Mangel- oder einer Fehlernährung – schuld können unter anderem ein verminderter Appetit und ein verändertes Geschmacksempfinden sein (was auch durch Medikamente hervorgerufen werden kann), der Verlust von Zähnen oder eine eingeschränkte Mobilität.

Für das Konzept „Essen auf Rädern“, das in den 1940er Jahren in England entstand, hat die Deutsche Gesellschaft für Ernährung im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft spezielle Qualitätsstandards entwickelt. Die betreffen alles, von der Auswahl der Lebensmittel über die Speisenplanung bis hin zur Auslieferung. „Die Einhaltung der Standards ist freiwillig“, erläutert Professor Arens-Azevedo, „aber jedes Unternehmen kann sich zertifizieren lassen“.

Worauf man bei der Auswahl eines Anbieters sonst achten sollte, hat die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in einer Checkliste zusammengefasst. Fragen rund um die Bestellung und Beratung, die Qualität der Speisen, Preise, Anlieferung und Serviceleistungen sollen bei der Entscheidung für einen Menüdienst helfen. Werden Probemenüs angeboten? Können die Speisen zu einem gewünschten Zeitpunkt geliefert werden? Wie viele Wahlmöglichkeiten gibt es für die jeweilige Kostform? Werden die Zutaten und Nährwertangaben deklariert?  Es gibt viele Details, die man bei Bedarf erfragen sollte – auch, was das Vertragsverhältnis angeht. Weil viele Dienste auf schriftliche Verträge verzichten, rät die Verbraucherzentrale: „Achten Sie darauf, dass Ihnen Kündigungsfristen verbindlich zugesagt werden“.

Menüs werden tiefgekühlt oder warm ausgeliefert

Einige Anbieter kochen ihr Essen frisch selbst, die meisten bekommen die Menüs tiefgekühlt angeliefert und wärmen sie dann für die Kunden auf – oder bringen sie auf Wunsch auch tiefgekühlt nach Hause, wenn man sie sich selbst warm machen möchte. Professor Arens-Azevedo erläutert, dass manche Mahlzeitendienste auch verschiedene Portionsgrößen, pürierte Kost oder spezielle Diäten bei erhöhten Blutfettwerten anbieten. Zudem gehört manchmal auch die Lieferung von Getränken, frischen Salaten oder einem Obstkorb für die ganze Woche zum Portfolio.

Welche Menüdienste es jeweils vor Ort gibt, erfährt man z. B. bei Sozialstationen oder Pflegestützpunkten, in städtischen Einrichtungen wie Seniorenbüros, bei Kirchengemeinden oder den Verbraucherzentralen. Oft ist ein Tipp aus dem Freundeskreis oder von Nachbarn hilfreich. Um „Essen auf Rädern“ zu bestellen, muss man übrigens nicht unbedingt älter sein. Das Angebot kann jeder nutzen, der möchte.

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