Es gibt verschiedene Formen der Schwerhörigkeit

Bei der Altersschwerhörigkeit verschlechtert sich die Funktion der Haarzellen im Innenohr zunehmend und es kommt zu einer chronischen Schallempfindungsstörung. (Foto: Fotolia / Janina Dierks)
Bei der Altersschwerhörigkeit verschlechtert sich die Funktion der Haarzellen im Innenohr zunehmend und es kommt zu einer chronischen Schallempfindungsstörung. (Foto: Fotolia / Janina Dierks)

Die Ursachen dafür können vielfältig sein.

(dbp/spo/fru) Hören ist einer unserer wichtigsten Sinne und lässt uns teilhaben am gesellschaftlichen Leben, an Konzerten, Theater, Kino, am Gespräch mit Familie und Freunden und vielem mehr. Im Alter nimmt jedoch die Leistungsfähigkeit des Gehörs oft ab. Und Betroffene bemerken das meistens nicht, denn die Entwicklung kann schleichend voranschreiten. Die Ursachen für Schwerhörigkeit können vielfältig sein.

Manche Menschen sind von mehreren Formen betroffen

Mit zunehmendem Alter kann sich die Funktion der Haarzellen im Innenohr verschlechtern. So kann eine Schwerhörigkeit entstehen, die teilweise schon vor dem 50. Lebensjahr auftreten kann. Bei dieser sogenannten Altersschwerhörigkeit (medizinisch: Presbyakusis) handelt es sich um eine chronische Schallempfindungsstörung teilt der Berufsverband der Hals-Nasen-Ohren-Ärzte mit. Dabei werden hohe Töne im Allgemeinen schlechter wahrgenommen als tiefe. So können z. B. einzelne Personen in einer lärmbelasteten Umgebung nicht mehr richtig verstanden werden oder das Hören des Telefons und der Türklingel ist nur noch eingeschränkt möglich.

Wenn die Schallübertragung über Trommelfell und Gehörknöchelchen gestört ist, sprechen Experten hingegen von einer Schallleitungsschwerhörigkeit. Dies kann z. B. durch Verwachsungen, Verletzungen des Trommelfells oder entzündliche Prozesse verursacht sein. Betroffene hören dann alles leiser als Nichthörgeschädigte. Wenn beide Formen zusammen auftreten, handelt es sich um eine kombinierte Schwerhörigkeit.

Aber auch durch Lärmeinwirkung können Hörschäden entstehen (Lärmschwerhörigkeit). Zudem kann ein sogenannter Hörsturz („Ohrinfarkt“) plötzlich einseitige Hörprobleme bis hin zum Hörverlust verursachen. Von dieser Innenohrschwerhörigkeit können prinzipiell alle Altersgruppen betroffen sein, nur im Kindesalter tritt sie eher selten auf. Schätzungen zufolge erleiden hierzulande mehr als 150.000 Menschen jedes Jahr einen Hörsturz. Und schließlich können Menschen auch Geräusche wahrnehmen, die es eigentlich gar nicht gibt. Der Oberbegriff für eine Vielzahl derartiger „fehlwahrgenommener“ Geräusche mit unterschiedlichsten Ursachen und Folgen heißt Tinnitus. In Allen Fällen sollte eine Untersuchung durch einen HNO-Facharzt stattfinden, die Ausgangspunkt für weitere Untersuchungen und Behandlungen sein kann.

Angehörige können helfen

Der Umgang mit Schwerhörigen ist nicht immer leicht, doch die Angehörigen können einiges tun, um es den Betroffenen leichter zu machen. Der Deutsche Berufsverband der HNO-Ärzte gibt folgende Tipps:

  • Deutlich sprechen, nicht mit der Hand vor dem Mund oder beim Kauen.
  • Möglichst kurze Sätze in Richtung des Betroffenen sagen und den Inhalt mit Mimik und Gestik untermalen.
  • Hintergrundgeräusche wie Fernseher oder Radio abschalten.
  • Nicht zu mehreren Menschen gleichzeitig sprechen.
  • Den Betroffenen in Gesprächsrunden einbinden, indem das Gesagte in einer Kurz-Zusammenfassung wiederholt wird.

Und der wichtigste Tipp: Mut machen und erklären, dass der Besuch beim Arzt oder Hörakustiker nichts Schlimmes ist und schon gar nicht das Tragen eines Hörgeräts!