Es geht am Ende um Lebensqualität

Der Bedarf an Palliativangeboten wird in den nächsten Jahrzehnten angesichts des demografischen Wandels deutlich zunehmen. (Foto: Fotolia / Photographee.eu)
Der Bedarf an Palliativangeboten wird in den nächsten Jahrzehnten angesichts des demografischen Wandels deutlich zunehmen. (Foto: Fotolia / Photographee.eu)

Die Palliativversorgung ermöglicht Schwerstkranken einen würdevollen Tod.

(dbp/spo/fru) „Eine Heilung ist leider nicht mehr möglich. Sie werden sterben!“ Wenn ein Arzt diese Worte ausspricht, muss es für einen Menschen furchtbar sein. In dem Moment wird man ganz plötzlich und unerwartet mit der eigenen Vergänglichkeit konfrontiert. Eine schwere, unheilbare Krankheit kann in den letzten Lebensjahren für viel körperliches und seelisches Leid sorgen, sowohl bei den Sterbenden selbst als auch bei deren Familie und Freunden. Hier will die Palliativmedizin gegensteuern. Die Zahl der Angebote in Deutschland hat sich inzwischen zwar erhöht, ausreichend ist sie nach Expertenmeinung aber noch nicht.

„Zentraler Bestandteil einer Palliativtherapie ist die Kontrolle und Linderung von für den Patienten belastenden Symptomen. Zu den häufigsten Symptomen gehören Schmerzen, Energielosigkeit, Müdigkeit, Atemnot, Verstopfung, Übelkeit und Erbrechen“, teilt die Deutsche Krebsgesellschaft mit. Die Pflegekräfte werden aber auch mit den existenziellen Fragen der Patienten und Angehörigen konfrontiert. Diese psychologischen, spirituellen und sozialen Fragen sind häufig sogar noch wichtiger als die rein körperliche Versorgung.

Stationäre und ambulante Palliativversorgung

Im stationären Bereich sind Palliativstationen und Hospize für die Palliativversorgung zuständig. Palliativstationen sind an Kliniken angegliedert und therapieren unheilbar kranke Menschen meist zeitlich begrenzt. Das heißt: Beschwerden, die eine Krankenhausbehandlung erfordern – zum Beispiel starke Schmerzen, Atemnot, Verwirrtheit und psychische Belastungen – sollen soweit verringert werden, dass der Patient in stabilisiertem Zustand in die Betreuung zuhause oder ein Hospiz gehen kann. In den Hospizen ist dann nicht mehr rund um die Uhr ein Arzt vor Ort, sondern niedergelassene Ärzte decken den medizinischen Bedarf. Das Hospiz ist nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) für die meisten Patienten der letzte Lebensort.

Im ambulanten Bereich gibt es Hospizdienste und spezielle Palliativpflegedienste. Erstere haben zahlreiche ehrenamtliche Mitarbeiter, die Patienten und Angehörige bei Alltagsverrichtungen und in der Trauerbewältigung unterstützen. Palliativpflegedienste übernehmen die medizinisch-pflegerische Versorgung. Die Pflegefachkräfte müssen dafür eine Weiterbildung absolvieren.

Spezialisierte ambulante Palliativversorgung

Als Ergänzung zur allgemeinen ambulanten Palliativversorgung gibt es auch eine spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV). Sie hat unter anderem das Ziel, die Lebensqualität und die Selbstbestimmung von Palliativpatienten so weit wie möglich zu erhalten, zu fördern und zu verbessern und ihnen ein menschenwürdiges Leben bis zum Tod in ihrer gewohnten Umgebung zu ermöglichen, erklärt die DGP. Nur ein Teil aller Sterbenden benötigt jedoch diese besondere Versorgungsform.

Angesichts des demografischen Wandels wird angenommen, dass der Bedarf in den nächsten Jahrzehnten deutlich steigen wird. Besonders im ambulanten Bereich gibt es laut DGP Lücken. Zwar können Hausärzte und ambulante Pflegedienste eine allgemeine Palliativversorgung leisten. Allerdings gäbe es einen deutlichen Mangel bei der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV), auf die gesetzlich Versicherte eigentlich einen Anspruch haben.