Ernährungsmythen bei Krebs

Krebspatienten sollten sich am besten abwechslungsreich und ausgewogen ernähren. (Foto: Carmen Steiner / Fotolia)
Krebspatienten sollten sich am besten abwechslungsreich und ausgewogen ernähren. (Foto: Carmen Steiner / Fotolia)

(dbp/fru) Nach einer Krebsdiagnose machen sich viele Betroffene Gedanken über ihre Ernährung.

„Dahinter steckt meist die Hoffnung, durch bestimmte Lebensmittel – oder aber durch den Verzicht darauf – zu verhindern, dass die Krankheit wieder auftritt oder sich ausbreitet“, teilt das Deutsche Krebsforschungszentrum mit. Nicht selten führen eigenes Halbwissen oder „Empfehlungen“ von Verwandten und Freunden dazu, dass man sich sogar kontraproduktiv ernährt. Dr. Susanne Weg-Remers ist Leiterin des Krebsinformationsdienstes und informiert über den wissenschaftlichen Stand in Bezug auf Ernährungsmythen bei Krebs.

Vollständiger Verzicht auf Zucker ist nicht notwendig

Im Internet ist oft zu lesen, dass Zuckerverzicht das Krebswachstum bremsen soll. „Tatsächlich gibt es Beobachtungen, die darauf hinweisen, dass Krebszellen einen anderen Energiestoffwechsel haben als normale Zellen. Doch klar ist auch: Das gilt längst nicht für alle Zellen, längst nicht für jede Krebsart und jede Krankheitssituation. Ein vollständiger Verzicht auf Zucker ist also gar nicht notwendig“, erklärt Dr. Weg-Remers und rät allgemein dazu, eine energiearme Ernährung immer mit dem Arzt abzusprechen.

Dass Kaffee häufig unter Verdacht steht, Krebs zu begünstigen ist ebenfalls nicht belegt. Studien geben sogar Hinweise auf einen schützenden Effekt. Hier sollte der Arzt jedoch eine Wechselwirkung mit den einzunehmenden Arzneimitteln prüfen. Es gebe bisher auch keine wissenschaftlich anerkannten Belege dafür, dass Krebspatienten eine Entgiftung, ein „Entsäuern“ oder eine Schadstoff-„Ausleitung“ nötig hätten, auch nicht nach einer Chemotherapie, denn der Körper schaffe die Entgiftung auch ohne Unterstützung von außen. Krebspatienten sollten sich daher abwechslungsreich und ausgewogen ernähren, lautet der Tipp der Expertin. Drohe jedoch eine krankheitsbedingte Mangelernährung, so seien Krebspatienten unter Umständen auf eine ärztlich angeleitete Ernährungstherapie angewiesen.