Ernährung und Bewegung entscheidend

Wer an einer Fettleber erkrankt ist, sollte unbedingt auf Alkohol verzichten und seine Ernährung umstellen. (Foto: Fotolia / fusssergei)
Wer an einer Fettleber erkrankt ist, sollte unbedingt auf Alkohol verzichten und seine Ernährung umstellen. (Foto: Fotolia / fusssergei)

Fettleber wird zum globalen Problem.

(dbp/spo/fru) Die Fettleber ist die häufigste Lebererkrankung in den westlichen Industrienationen: Etwa ein Drittel der Bevölkerung ist laut dem Berufsverband Deutscher Internisten betroffen. Die Fettleber ist ein Alarmsignal und sollte unbedingt behandelt werden. Die Erkrankung äußert sich durch tröpfchenförmige Fetteinlagerungen in der Leber, welche die Leber vergrößern. Von seinen regulären anderthalb bis zwei Kilogramm Gewicht kann das Organ im Extremfall bis auf fünf Kilogramm anwachsen und dann auch für massive Beschwerden sorgen.

Alkoholische und nichtalkoholische Fettleber

Mediziner unterscheiden bei der Erkrankung zwischen zwei Varianten: der alkoholischen und nichtalkoholischen Fettleber. Bei der ersten Variante ist zu viel Alkohol der Auslöser. Er wird in der Leber in Fett umgewandelt – doch bei einer zu großen Zufuhr kann das entstandene Fett nicht mehr abgebaut werden. Wichtige nichtalkoholische Auslöser sind zu fettes und nährstoffreiches Essen (Überernährung) oder Stoffwechselstörungen wie zum Beispiel Diabetes mellitus. „Die nichtalkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD) hat sich zu einer globalen Epidemie (Pandemie) ausgeweitet“, warnen die „Internisten im Netz“ auf ihrer Internetseite.

Meistens fällt die beginnende Fetteinlagerung dem Betroffenen gar nicht auf, denn sie verursacht zunächst keine Schmerzen oder andere Beschwerden. Bei stärkerer Verfettung können sich jedoch Symptome wie Völlegefühl, Druck in der Lebergegend, Beschwerden beim Liegen auf der rechten Seite, Blähungen oder Antriebsarmut und Leistungsschwäche zeigen. Oft wird eine beschwerdefreie Fettleber bei Routineuntersuchungen entdeckt – wenn das Blutbild zum Beispiel erhöhte Leberwerte anzeigt. Vergrößerungen der Leber kann der Arzt in der Regel von außen ertasten. Weiterhin zeigt sich eine Fettleber im Ultraschallbild – vor allem durch ihre Größe und die hellere, in natura gelbliche, Farbe.

Änderung des Lebensstils notwendig

Eine Fettleber sollte unbedingt behandelt werden, ansonsten drohen Entzündungen, die im schlimmsten Fall chronisch werden und in einer Leberzirrhose enden können. Dann ist die Funktion der Leber dauerhaft gestört. Die Therapie der Fettleber besteht im Grunde darin, die Auslöser zu bekämpfen. Das heißt: Verzicht auf Alkohol, eine Umstellung der Ernährung und bei Übergewichtigen das Abnehmen. Im Fall einer Diabetes-Erkrankung muss für eine optimale Blutzuckereinstellung gesorgt werden. Damit sollten sich die Leberwerte im Lauf der Zeit wieder normalisieren. Sind bereits hartnäckige Entzündungen entstanden, wird die Fettleber gegebenenfalls zusätzlich mit Medikamenten behandelt.

Auch am Helmholtz Zentrum München wird diese Erkrankung intensiv erforscht. Wissenschaftler haben dort z. B. neue Erkenntnisse darüber gewonnen, was molekular passiert, wenn man hungert. In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Zentrum für Diabetesforschung (DZD) und dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) konnten sie zeigen, dass bei Nahrungsentzug ein bestimmtes Protein (GADD45β) hergestellt wird, das den Stoffwechsel in der Leber anpasst. „Der durch das Fasten verursachte Stress auf die Zellen der Leber scheint also die Produktion von GADD45β anzukurbeln, was dann den Stoffwechsel an die geringe Nahrungsaufnahme anpasst“, erklärt Prof. Dr. Stephan Herzig, Direktor des Instituts für Diabetes und Krebs (IDC) am Helmholtz Zentrum München.