Ernährung: Portionsgrößen werden oft unterschätzt

Portionsgrößen richtig einschätzen ist gar nicht so einfach. (Foto: Thomas Siepmann)
Portionsgrößen richtig einschätzen ist gar nicht so einfach. (Foto: Thomas Siepmann)

(dbp/spo) Obwohl dreimal so groß, ist die 300-Gramm-Tafel Schokolade bei vielen fast so schnell weggefuttert wie eine 100-Gramm-Tafel.

Woran das liegt? Unser Gehirn ist nicht gut darin, Portionsgrößen richtig einzuschätzen.

Das ist das Ergebnis einer internationalen Studie an der Bonner Universität unter Beteiligung des Forschungsinstituts für Kinderernährung Dortmund. In verschiedenen Testreihen wurden dabei Probanden unterschiedlichen Alters zum Thema Gesundheit befragt.

Kinder sahen Menge teils nur halb so groß

An einer Testreihe nahmen 84 Grundschüler teil. Ihnen wurden Fotos mit Schokoladenstückchen und Karottenstiften gezeigt. Anfangs wurde noch dazugesagt, wie viele Stücke sich auf den Fotos befinden, dann zeigten die Bilder immer größere Mengen und die Kinder sollten die Anzahl schätzen. Je größer die Portionen, desto stärker unterschätzten die Kinder die Mengen. Teils empfanden sie sie als nur halb so groß, wie sie wirklich waren. Die gut 230 befragten Erwachsenen konnten zumindest jene Portionsgrößen besser einschätzen, bei denen es sich um sehr verlockende aber ungesunde Lebensmittel handelte.

Vor allem, wenn sich Portionen vergrößern, kann das menschliche Gehirn den Zuwachs schlecht einordnen und schätzt ihn meist geringer, als er tatsächlich ist. Menschen, die gesund essen wollen, achten zwar häufig darauf, was sie essen, aber nicht genug darauf, wie viel, hieß es.