Erektionsstörungen können behandelt werden

Kein falscher Stolz! Wenn Mann nicht mehr kann, sollte ein Urologe aufgesucht werden. (Foto: Fotolia / WavebreakMediaMicro)
Kein falscher Stolz! Wenn Mann nicht mehr kann, sollte ein Urologe aufgesucht werden. (Foto: Fotolia / WavebreakMediaMicro)

Je nach Ursache, kommen verschiedene Therapien infrage.

(dbp/fru) Sexualität spielt im Leben vieler Menschen eine wichtige Rolle. Aber manchmal herrscht Flaute im Bett, weil Mann nicht kann. Es wird geschätzt, dass in Deutschland etwa fünf Millionen Männer zwischen 30 und 80 Jahren unter einer Erektilen Dysfunktion leiden. Genaue Zahlen sind nicht bekannt, weil davon auszugehen ist, dass viele Männer nicht zum Arzt gehen oder ihre Erkrankung anderweitig ansprechen – schließlich gehört eine intakte Potenz zum Selbstverständnis eines Mannes. Die Ursachen der Impotenz müssen jedoch unbedingt frühzeitig abgeklärt werden, weil auch ernsthafte Grunderkrankungen dafür verantwortlich sein können.

Organische Ursachen ausschließen

Wenn es längerfristig zu keiner Erektion mehr kommt, sollte man sich beim Urologen gründlich untersuchen lassen. Denn Erektionsstörungen können beispielsweise als Ursache anderer organischer Erkrankungen wie z. B. eine Verengung der Herzkranzgefäße, Diabetes, Multiple Sklerose oder Parkinson auftreten. Aber auch bestimmte Operationen und Bestrahlungen im kleinen Becken können dafür verantwortlich sein.

Bei manchen der genannten organischen Ursachen kann schon eine Umstellung des Lebensstils helfen, Verbesserungen zu erzielen. Z. B. sollte Mann das Rauchen aufgeben. Verschiedene Bestandteile des Tabakrauchs beeinträchtigen nämlich die Funktion der Blutgefäßinnenwand und stören die Fähigkeit des Blutgefäßes, sich zusammenzuziehen und wieder zu entspannen. Die Folge: Die Befüllung der Schwellkörper mit Blut gelingt nicht mehr und die Erektion bleibt aus.

Heute weiß man zudem auch, dass Alkoholmissbrauch oder Drogenkonsum ebenfalls Erektionsstörungen hervorrufen können. Des Weiteren können auch psychische Faktoren dafür verantwortlich sein, dass im Bett nichts mehr läuft. Depressionen oder Stress, Burnout oder auch die Erwartungshaltung der Partnerin oder des Partners können dafür als Auslöser infrage kommen.

Medikamente & Co.

Wenn die Ursache für die Erektionsstörung abgeklärt ist, kann die entsprechende Therapie eingeleitet werden. Dabei ist die medikamentöse Therapie mit sogenannten PDE-5-Hemmern sehr beliebt. Denn sie eignet sich sowohl zur Behandlung von Potenzproblemen mit organischer als auch psychischer und sogar gemischter Ursache. Diese verschreibungspflichtigen Medikamente müssen einige Zeit vor dem Geschlechtsverkehr eingenommen werden und wirken nicht bei allen Patienten gleich gut, weshalb sie individuell getestet werden müssen. Manchmal ist eine begleitende psychologische Behandlung sinnvoll, bei der auch die Partnerin oder der Partner einbezogen werden sollte. Wenn feststeht, dass die Ursache für die Potenzstörung rein psychisch ist, kommen auch Medikamente mit dem Wirkstoff Yohimbin infrage.

Neben den medikamentösen Therapien gibt es auch äußerliche Anwendungen wie zum Beispiel die sogenannte Schwellkörper-Auto-Injektionstherapie, bei der ein Wirkstoff direkt in den Schwellkörper injiziert wird. Außerdem gibt es Vakuum-Erektionshilfen (Vakuumpumpen), die durch mechanische Erzeugung eines Unterdrucks helfen, Blut in den Schwellkörper fließen zu lassen. Der Vorteil hierbei: Es gibt keine Nebenwirkungen. Als letzter Ausweg kann auch über das Einsetzen eines Schwellkörper-Implantats nachgedacht werden.