Epilepsie hat viele Gesichter

Kurze Ohnmachten ("Petit Mal") können ein Hinweis auf Epilepsie sein. (Foto: Demian / Fotolia)
Kurze Ohnmachten ("Petit Mal") können ein Hinweis auf Epilepsie sein. (Foto: Demian / Fotolia)

(dbp/cwr) Wer an Epilepsie denkt, der hat meist das Bild vom sogenannten „Grand-Mal-Anfall“ im Kopf.

Bewusstseinsverlust, Sturz und krampfende Extremitäten sind die Kennzeichen. Es existieren aber noch verschiedene andere Ausprägungen, wie der Berufsverband Deutscher Neurologen (BDN) berichtet.

Ganz anders äußert sich die Epilepsie bei der als „Absence“ bekannten Form. Dabei merken Außenstehende oft gar nicht, dass der Patient gerade einen epileptischen Anfall hat, weil er sich ruhig und unauffällig verhält. „Absencen sind durch Bewusstseinspausen mit abruptem Anfang und Ende charakterisiert, in denen der Betreffende nicht ansprechbar ist“, erklärt Dr. Curt Beil vom BDN. Denken und Handeln hören auf. Absencen gehören zu den „Petit-Mal-Anfällen“ und dauern nur etwa 5 bis 20 Sekunden.

Anzeichen für Epilepsie können Verhaltensstörungen und psychische Veränderungen sein. Auch ein Auftreten, das für die jeweilige Situation unangemessen ist, gehört dazu: die Augen verdrehen, mit der Zunge rollen, in einer ungewöhnlichen Körperhaltung verharren. „Ein anderes Krankheitsbild geht mit psychischen Symptomen einher wie einem plötzlichen Glücksgefühl, einem Wutausbruch, Angst, Ärger oder einem Déjà-vu-Erlebnis“, so Dr. Beil. Es gibt auch Anfälle, die nur der Betroffene selbst wahrnimmt und die meist mit Geruchs-, Geschmacks- und akustischen Missempfindungen einhergehen.

Wie sich ein Anfall äußert, hängt damit zusammen, welche Bereiche des Gehirns betroffen sind. Wichtig ist, dass ein Neurologe hinzugezogen wird. Er entscheidet auch, ob eine Therapie nötig ist. Das ist meist dann der Fall, wenn pro Jahr zwei belastende Anfälle auftreten. In Deutschland sind etwa 500.000 Menschen betroffen. Gut medikamentös eingestellt, sind 70 Prozent der Patienten anfallsfrei.