Emotionaler Gala-Abend zur Verleihung des Felix Burda Award

Die Preisträger beim Felix Burda Award 2018 (Foto: Felix Burda Stiftung)
Die Preisträger beim Felix Burda Award 2018 (Foto: Felix Burda Stiftung)

Die Felix Burda Stiftung hat zum 16. Mal herausragende Projekte und Persönlichkeiten im Bereich der Darmkrebsvorsorge mit dem Felix Burda Award ausgezeichnet.

Knapp 300 Gäste aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Showbusiness folgten am 13. Mai der Einladung zum Gala-Abend ins Hotel Adlon Kempinski nach Berlin. Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn war unter den Gästen und lobte in seiner Rede das unermüdliche Engagement der vielen Initiativen, Privatpersonen, wissenschaftlichen Experten und Unternehmen. Schwer zu akzeptieren sei aber, dass das 2013 vom Parlament beschlossene Gesetz für ein bundesweites Einladungsverfahren bis heute nicht umgesetzt wurde. „Wir werden den Vorsitzenden des Gemeinsamen Bundesausschusses noch einmal kontaktieren, um herauszufinden, woran es liegt. Da werden wir auch nicht nachlassen, sondern Tempo machen.“ Am Ende ließ es sich der Minister nicht nehmen, anzukündigen, dass er bereits vor zwei Wochen einen Finanzierungsvorschlag zur Erhaltung der Fruchtbarkeit bei Krebspatienten im Parlament vorgebracht hat. Für Unterhaltung sorgte Moderator Guido Cantz, der mit Witz durch den spannenden Abend führte.

Für Darmkrebs gibt es kein zu jung!

Dr. Christa Maar, Gründerin der Felix Burda Stiftung, nahm das Zusammenkommen der zahlreichen Experten und Entscheider zum Anlass, auf die aktuelle Situation und fehlende Strukturen des Gesundheitssystems bei der Darmkrebsvorsorge aufmerksam zu machen. „Die Einführung der Vorsorgekoloskopie im Jahr 2001 war eine weise Entscheidung. Rund 6,5 Millionen Versicherte haben die Vorsorge bereits in Anspruch genommen. Dadurch wurden schätzungsweise 250.000 Neuerkrankungen und 120.000 Todesfälle von Darmkrebs vermieden.

Die Felix Burda Stiftung setzt sich auch für eine Kommunikation des Themas bei den jüngeren Menschen ein. Seit Jahren sei nämlich klar: „Für Darmkrebs gibt es kein zu jung! Mehr als 3.500 jährliche Neuerkrankungen betreffen junge Menschen unter 50 Jahren – Tendenz steigend. Für diese Altersgruppe gibt es aktuell kein geeignetes Vorsorgeprogramm. Das betrifft auch Menschen, die ein familiär erhöhtes Risiko für Darmkrebs haben und oft bereits weit vor dem Alter von 50 an diesem Tumor erkranken. Eine strukturierte Familienanamnese würde hier helfen, Menschen mit einem hohen Risiko früh zu identifizieren und Leben zu retten. Auch die Einführung eines seit 2013 politisch angestoßenen bundesweiten Einladungsverfahrens ist notwendig, um Betroffene rechtzeitig zu erkennen und vor viel Leid zu bewahren. Hier müssen die gesundheitspolitischen Entscheidungsträger endlich aktiv werden“, sagte Maar.

Vier Preisträger geehrt

Im Bereich „Medizin & Wissenschaft“ gewann das German Institute of Human Nutrition Potsdam-Rehbrücke mit der Studie von Dr. Krasimira Aleksandrova und ihrer Arbeitsgruppe. Durch die EPIC-Kohortenstudie mit 520.000 Teilnehmern aus zehn europäischen Ländern belegte die bulgarische Ärztin den Zusammenhang zwischen Übergewicht bzw. körperlicher Aktivität und dem Auftreten bzw. der Prävention von Darmkrebs. Sprich: Übergewicht im Erwachsenenalter, gerade in Verbindung mit wenig Sport, führt zu einem erhöhten Krebsrisiko. Die Optimierung des Lebensstils ist also die beste Prävention.

Auf dem Gebiet „Betriebliche Prävention“ wurde die Stadtverwaltung Mannheim, Eigenbetrieb Abfallwirtschaft, ausgezeichnet, die 2017 zum Thema Darmgesundheit einen Aktionstag veranstaltet hatte. Im Anschluss konnten weitere Betriebe der Stadtverwaltung als Projektteilnehmer gewonnen werden, darunter das Klärwerk, die Friedhöfe, der Recyclinghof und die Forstreviere. Deren Mitarbeiter – sogenannte Gesundheitskoordinatoren – setzten die Initiative für ihre Kollegen um, verteilten Gutscheine zur Anforderung des Stuhltests, organisierten ein Gewinnspiel und bewarben die Aktion über verschiedene Kanäle.

In der Kategorie „Engagement des Jahres“ siegte AOK Nordost – Die Gesundheitskasse, die seit vielen Jahren Initiativen zur Darmkrebsvorsorge unterstützt. Weil Männer seltener zur Vorsorge gehen, entwickelte sie eine lustige Aktion mit dem Claim „Männer, lasst die Hosen runter!“. In einem Video ermuntert AOK Nordost Gesundheitsbotschafter und Ex-Fußballer Jimmy Hartwig diese Zielgruppe, sich testen zu lassen. Außerdem setzte die AOK Nordost als erste Krankenkasse bundesweit das Zugangsalter zur Darmkrebsfrüherkennung mit dem Stuhltest auf 40 Jahre herab, eine Vorsorgekoloskopie steht Männern jetzt schon ab 40 Jahren und Frauen ab 45 Jahren zu. #hosenrunter

Vom Pessimisten zum Kämpfer – das ist das (Über-)Lebensmotto von Claudia Neumann, die beim diesjährigen Felix Burda Award für ihr Engagement bei der „Deutschen Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs“ mit dem Ehrenfelix geehrt wurde. Die sympathische 30-jährige, die zeigt, dass Darmkrebs auch zusehends Jüngere trifft, bewegte an diesem Abend mit ihrer persönlichen Geschichte viele Herzen. Seit ihrer Darmkrebs-Erkrankung 2015 unterstützt die gelernte Krankenschwester Betroffene und hält Fachvorträge.

Der „Ehrenfelix“ der Felix Burda Stiftung für außerordentliches Engagement ging 2018 an Claudia Liane Neumann – hier im Bild mit Laudatorin Alexandra Kamp. (Foto: Felix Burda Stiftung)

In Erinnerung an ihren Namensgeber Felix Burda, der mit nur 33 Jahren an Darmkrebs starb, zeichnet die Stiftung seit 2017 diejenigen Menschen mit dem „Ehrenfelix“ aus, die sich trotz ihrer Erkrankung für andere Betroffene stark machen. Den Ehrenfelix 2018 verlieh die Felix Burda Stiftung gemeinsam mit der Siemens-Betriebskrankenkasse und Welt der Wunder TV. Weitere Informationen gibt es unter www.ehrenfelix.de.

TV-Tipp: Welt der Wunder TV zeigt am 19.5.2018 um 20:15 Uhr ein 90-minütiges Best-of des Felix Burda Award.