Einmal impfen, mehrfach geschützt

Die Sechsfach-Impfung wird Säuglingen in der Regel ins Beinchen gespritzt. (Foto: Dmitry Lobanov / Fotolia)
Die Sechsfach-Impfung wird Säuglingen in der Regel ins Beinchen gespritzt. (Foto: Dmitry Lobanov / Fotolia)

Kombinationsimpfstoffe stellen keine Belastung für den kindlichen Organismus dar

(dbp/mhk) Kombinationsimpfstoffe wirken gleichzeitig gegen mehrere Infektionskrankheiten. Die Mehrfachimpfungen, die von der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut (RKI) empfohlenen werden, reduzieren die Zahl der notwendigen Injektionen und Impftermine. Was eigentlich für alle Beteiligten – Kinder, Eltern und Ärzte – von Vorteil ist, ruft dennoch bei Laien manchmal Unbehagen hervor.

Dreifach- oder sogar Sechsfach-Impfungen: Sind diese „geballten Ladungen“ nicht zu viel für für das Immunsystem des Kindes? „Keinesfalls“, klärt Dr. Ulrich Fegeler auf. Der Bundespressesprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) erklärt: „Kinder kommen steril auf die Welt und haben schon innerhalb der ersten Stunden und Tage ihres Lebens mit Tausenden Bakterien verschiedenster Arten Kontakt. Es wird geschätzt, dass sich der kindliche Organismus pro Tag mit 200 bis 300 Erregern auseinander setzen muss, ohne dass das Kind dabei erkrankt. Sechs Erreger mehr sind für das kindliche Immunsystem keine spürbare Zusatzbelastung. Es wird spielend damit fertig. Kombinationsimpfstoffe und die in ihnen enthaltenen Antigene stellen nur einen Bruchteil der natürlichen Belastung dar.“

Eine „leichte Übung“ für das Immunsystem

Kombi-Impfstoffe trainieren das Immunsystem außerdem zu einem für das Kind günstigen Zeitpunkt. „Eltern brauchen nicht zu befürchten, ihr Kind damit zu überlasten. Wenn es auf dem Spielplatz am Sandkuchen nascht, hat es gewiss mehr fremde Keime erhalten als die Antigene, die bislang in einem Impfstoff vereint werden“, sagt Kinderarzt Dr. Fegeler. „Selbst für kleine Kinder ist eine Impfung, die gegen sechs Erkrankungen schützt, eine leichte Übung und gar kein Problem.“

Die STIKO empfiehlt Sechsfach-Impfungen gegen Tetanus, Diphterie, Keuchhusten (Pertussis), Kinderlähmung (Poliomyelitis), Hib (Haemophilus influenzae Typ b) und Hepatitis B. Für diese Infektionskrankheiten (außer für die Kinderlähmung) gibt es keine Einzelimpfstoffe. Auch bei der Masern-Mumps-Röteln-Impfung (MMR) findet ein Kombinationsimpfstoff gegen die Erreger aller drei Erkrankungen Verwendung. Bei der ersten MMR-Impfung wird gemäß STIKO-Empfehlung zusätzlich gegen Windpocken (Varizellen) immunisiert. Die zweite Gabe erfolgt dann mit einem Vierfach-Impfstoff (MMRV).

Viele Gründe für die Mehrfachimpfungen

Kombinationsimpfstoffe werden von den zuständigen Behörden aus mehreren Gründen empfohlen. Unter anderem, weil es dadurch möglich ist, die Impfungen zeitnäher an den Impfempfehlungen geben zu können. Besonders gefährdete Säuglinge sind daher früher geschützt. Zudem konnte die Impfrate dadurch gesteigert werden. Keuchhusten bei Säuglingen trete seltener auf, so das RKI.

Durch die Kombinationsimpfstoffe kann auch der Kontakt mit Zusatzstoffen, zum Beispiel Konservierungsmittel, im Vergleich zu Einzelimpfungen deutlich reduziert werden. Kombinationsimpfstoffe sind laut RKI wirksam und sicher und sie haben – genau wie Einzelimpfstoffe – nur sehr selten schwere Nebenwirkungen.

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