Einladung zum Röntgen

Bei der Mammografie macht eine Röntgenassistentin von jeder Brust jeweils zwei Aufnahmen. (Foto: Sven Bähren / Fotolia)
Bei der Mammografie macht eine Röntgenassistentin von jeder Brust jeweils zwei Aufnahmen. (Foto: Sven Bähren / Fotolia)

Die Mammografie ist nicht perfekt, aber derzeit die beste Methode zur Früherkennung

(dbp/auh) Das Mammografie-Screening ist eine Reihen-Röntgenuntersuchung der weiblichen Brust, zu der Frauen im Alter von 50 bis 69 Jahre alle zwei Jahre schriftlich eingeladen werden. Die Untersuchung findet in einem auf das Screening spezialisierten Zentrum in Wohnortnähe statt. In ländlichen Gegenden kann das auch eine mobile Einheit sein, ein sogenanntes Mammobil.

Im Jahr 2005 wurde das Screening in Deutschland gestartet, aber da es erst seit 2009 flächendeckend angeboten wird, gibt es noch keine sicheren Daten über dessen Nutzen. Was aber bereits jetzt feststeht: Seit Einführung der Reihenuntersuchung werden immer mehr Tumore im Frühstadium gefunden. Die Mammografie macht Veränderungen in der Brust sichtbar, die man (noch) nicht ertasten kann. Das ist das stärkste Argument ihrer Befürworter.

Verdächtige Befunde bei fünf Prozent der Frauen

Kritiker weisen auf die psychische und körperliche Belastung hin, denen die meist völlig gesunden Frauen ausgesetzt werden. Denn bei etwa 95 Prozent der Frauen, die am Screening teilnehmen, entdeckt die Mammografie keine Auffälligkeiten, die auf Brustkrebs hinweisen könnten.

Die Stellungnahmen maßgeblicher Fachgesellschaften zu dem Thema lassen sich so zusammenfassen: Die Mammografie ist nicht perfekt, aber sie ist die beste Früherkennungsmethode, die wir zurzeit haben. Denn die „Brustkrebserkrankung der Frau ist trotz zwischenzeitlich erzielter medizinischer Fortschritte weiterhin ein ungelöstes Problem der onkologischen Gesundheits- und Krankenversorgung in Deutschland“, so die S-3-Leitlinie Brustkrebsfrüherkennung.

Hohe Sicherheitsstandards

Für die Durchführung der Reihenuntersuchung sorgt die „Kooperationsgemeinschaft Mammographie“. Deren stellvertretender Beiratsvorsitzender Dr. Wolfgang Aubke erklärte im April: „Unsere besondere Verantwortung liegt darin, Brustkrebs rechtzeitig diagnostizieren zu können und gleichzeitig die Belastung für die Frau so gering wie möglich zu halten.“ Er nannte die Qualitätssicherung im Screening-Programm „einzigartig“. Dazu gehören nach seinen Angaben sehr hohe Anforderungen an die fachliche Qualifikation der Ärztinnen und Ärzte sowie des medizin-technischen Personals, die täglichen Kontrollen der Geräte, verpflichtende Fortbildungen und Prüfungen, Doppelbefundung, interdisziplinäre Fallkonferenzen und die systematische Datenauswertung.