Eingewachsene Zehennägel

Bei Problemen mit eingewachsenen Fußnägeln kann ein Arzt oder medizinischer Fußpfleger (Podologe) helfen. (Foto: Fotolia / tkphotography)
Bei Problemen mit eingewachsenen Fußnägeln kann ein Arzt oder medizinischer Fußpfleger (Podologe) helfen. (Foto: Fotolia / tkphotography)

Die richtige Fußpflege wirkt vorbeugend.

(iwg/fru) Der von Fachleuten auch als Unguis incarnatus oder Onychocryptosis bezeichnete eingewachsene Zehennagel kommt hierzulande recht häufig vor – meistens an den großen Zehen. Etwa 20 Prozent der Menschen, die ihren Hausarzt wegen Beschwerden an den Füßen aufsuchen, haben einen eingewachsenen Zehennagel, erklärt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) auf seinen Internetseiten. Der Nagel wächst dabei in die Haut, die ihn seitlich begrenzt, wodurch sich die betroffene Stelle entzündet und schmerzt. Laut IQWiG sind zu enge Schuhe, starke Schweißbildung und falsches Schneiden der Nägel die häufigsten Ursachen für eingewachsene Zehennägel.

Des Weiteren können bestimmte erblich bedingte Nagelwuchsformen (z. B. „Rollnägel“), starkes Übergewicht (Adipositas), Diabetes mellitus sowie Krebsmedikamente eingewachsenen Zehennägel verursachen. Und nicht zuletzt auch Krankheiten, die zu Wassereinlagerungen in den Füßen führen können, wie etwa eine Herzschwäche, eine Nierenschwäche oder eine chronische Beinvenenschwäche.

Drei Stadien

Es gibt bei dieser Erkrankung des Fußes drei unterschiedliche Schweregrade. Im ersten Stadium ist der Nagel seitlich in die Haut eingewachsen. Die Haut schmerzt und hat sich bereits entzündet. Im zweiten Stadium bildet sich am Rand des eingewachsenen Nagels neues, entzündetes Gewebe (Granulationsgewebe), das nässt und eitert. Und schließlich ist im dritten Stadium der betroffene Nagelbereich chronisch entzündet und eitert immer wieder mal. Das Granulationsgewebe wächst bereits über den Nagel.

Die Behandlung richtet sich danach, wie stark die Beschwerden empfunden werden. Bei einer leichten Entzündung mit wenig Schmerzen könne man den Zeh in einem seifenhaltigen Fußbad etwas einweichen und danach die wunde Stelle mit antiseptischen oder entzündungshemmenden Tinkturen, Gelen oder Salben versorgen, empfiehlt das IQWiG. Auch spezielle Verbände oder Nagelspangen können dabei helfen, den Nagel wieder frei wachsen zu lassen. Diese können in einer Praxis für medizinische Fußpflege (Podologie) angelegt werden. Falls solche Maßnahmen nicht helfen, ist in jedem Fall ein Arztbesuch erforderlich. Gegebenenfalls muss dann eine Operation durchgeführt werden.

Um eingewachsenen Zehennägeln vorzubeugen, ist die richtige Fußpflege entscheidend – vor allem das Nägel schneiden. Hier sollten Ecken nicht abgerundet, sondern so lang gelassen werden, dass die Nagelecken frei auf dem seitlichen Hautrand liegen. „Beim Schuhwerk sollte man darauf achten, dass die Zehen ausreichend Platz haben. Offene oder atmungsaktive Schuhe wirken einer starken Schweißbildung entgegen“, empfiehlt das IQWiG.