Einfach mal abtauchen

Vor jedem Tauchkurs ist eine ärztliche Tauchtauglichkeits-Untersuchung Pflicht. (Foto: M.Rosenwirth / Fotolia)
Vor jedem Tauchkurs ist eine ärztliche Tauchtauglichkeits-Untersuchung Pflicht. (Foto: M.Rosenwirth / Fotolia)

Eine Voraussetzung für Sicherheit im Tauchsport ist die tauchsportärztliche Untersuchung

(dbp/mhk) Richtig betrieben ist Tauchen ein sicherer Sport, der beginnend ab frühestens dem achten Lebensjahr bis ins hohe Alter betrieben werden kann, von Männern und Frauen gleichermaßen.

„Wasser, Wellen und Strömungen sowie die schwere Ausrüstung auf dem Buckel erfordern allerdings ein Mindestmaß an körperlicher Fitness“, erklärt der Tauchmediziner Dr. Ulrich Thormann aus Gießen. „Übergewichtige müssen keine schlechten Taucher sein“, sagt der praktizierende Taucher, „doch Tauchen kann auch eine körperliche und mentale Belastung sein, bei starker Strömung zum Beispiel ist eine schnelle Erschöpfung möglich“. In warmen Gewässern kommt manch einer auch mal ins Schwitzen, plötzliche Temperaturabfälle können zu einer Strapaze werden.

Krankheiten als Ausschlusskriterien

Nicht unter Wasser gehen sollten Menschen mit bestimmten Herzerkrankungen, Anfallsleiden (Krämpfe, Epilepsie), Psychosen (Panikstörungen), Erkrankungen der Lunge (unkontrolliertes Asthma, Lungenhochdruck) und Erkrankungen der Ohren. „Auch eine Schwangerschaft ist ein gesundheitliches Ausschlusskriterium. Erhöhter Blutdruck, die Einnahme bestimmter Medikamente könnten Gegenanzeigen sein.“ Entscheidend sei stets eine professionelle und umfangreiche Beratung im Rahmen einer tauchsportärztlichen Untersuchung und für „Urlaubstaucher“ eine reisemedizinische Beratung.

Regelmäßige ärztliche Kontrollen

„Zum Teil werden bei einer Tauchtauglichkeits-Untersuchung bestimmte Einschränkungen festgelegt, so dass man auch trotz Vorerkrankungen sicher tauchen kann“, so Thormann. Eine solche Untersuchung sollte zu Beginn jeder Tauchausbildung erfolgen. Ohne eine gültige Bescheinigung gibt es an Tauchbasen im Urlaub keine Ausrüstung, auch die Tauchschulen in Deutschland verweigern die Teilnahme an ihren Kursen. Die Gesellschaft für Tauch- und Überdruckmedizin (GTÜM) empfiehlt, dass sich Taucher zwischen 18 und 39 Jahren alle drei Jahre erneut untersuchen lassen. Jährlich sogar sollten sich Heranwachsende und Taucher über 40 Jahre durchchecken lassen, inklusive Belastungs-EKG.

Vor einem Tauchgang gilt Folgendes: Die letzte Mahlzeit sollte eine Zeit lang zurückliegen. „Ganz wichtig ist das Trinken, vor allem bei hohen Außentemperaturen“, betont Thormann. Mit jedem Atemzug aus der staubtrockenen Pressluftflasche verliere der Körper Flüssigkeit. Des Weiteren: Nie zu schnell auftauchen, auf ausreichend Schlaf vor und nach dem Tauchgang achten. Zwischen zwei Tauchgängen sollte eine entspannte Ruhepause zur Regeneration eingelegt werden, damit der im Körper angesammelte Stickstoff wieder über die Atmung abgegeben werden kann. Je tiefer oder länger der zweite Tauchgang, desto ausgedehnter muss die Pause sein.

Warnzeichen erkennen

Bei auffälliger Müdigkeit ist Tauchen tabu. Treten erste Symptome einer Taucherkrankheit wie Kribbeln oder Hautjucken („Taucherflöhe“) auf, unbedingt aussetzen, 100-prozentigen Sauerstoff atmen, trinken sowie einen Taucherarzt konsultieren, rät der Experte. Unmittelbar nach dem Tauchgang sind intensives sportliches Training, Massagen oder Saunagänge verboten.