Einfach dem Zucker davonlaufen

Bewegung beeinflusst den Stoffwechsel und kann sogar die Insulinsensitivität verbessern. (Foto: Stefan Schurr / Fotolia)
Bewegung beeinflusst den Stoffwechsel und kann sogar die Insulinsensitivität verbessern. (Foto: Stefan Schurr / Fotolia)

Viel Bewegung und eine gesunde Ernährung können das Diabetes-Risiko deutlich senken

(dbp/wgt) Übergewicht, Bewegungsmangel und eine ungesunde Ernährung erhöhen das Risiko, an Diabetes zu erkranken. Wer seinen Lebenswandel rechtzeitig umstellt, kann der „Zuckerkrankheit“ jedoch vorbeugen. Das gilt auch für Patienten, die bereits unter erhöhten Blutzuckerwerten leiden. Sie können den Ausbruch eines Diabetes vom Typ 2, häufig auch als „Altersdiabetes“ bezeichnet, hinauszögern oder sogar ganz verhindern, wenn sie rechtzeitig ihr Gewicht reduzieren.

Bewegung gilt unter Experten als wirksamstes Mittel, um das Diabetes-Risiko zu verringern. Zwei bis drei Stunden körperliche Aktivität pro Woche reichen dazu bereits aus. Besonders gut eignen sich Ausdauersportarten wie Joggen, Radfahren und Schwimmen in Kombination mit mäßigem Krafttraining. Aber auch leichte sportliche Betätigungen wie Gymnastik, Wandern oder Walken lassen die Pfunde schmelzen.

Bewegung senkt den Zuckerspiegel

„Regelmäßige Bewegung und Abbau von Übergewicht tragen dazu bei, die Insulinempfindlichkeit der Zellen zu erhöhen“, erläutert Dr. Wolfgang Wesiack, Präsident des Berufsverbands Deutscher Internisten (BDI). Denn bei Patienten, die einen Typ-2-Diabetes entwickeln, werden nicht nur die Leber- und Fettzellen, sondern auch die Muskelzellen zunehmend unempfindlich gegen Insulin. Eine solche Insulinresistenz führt dazu, dass der Zucker nicht mehr aus der Blutbahn in die Körperzellen aufgenommen werden kann. Das hat zur Folge, dass der Blutzuckerspiegel steigt. Sport und Bewegung tragen dazu bei, dass die Zellen sensibler auf Insulin reagieren und den Zucker wieder besser verwerten.

Eine fettarme und ballaststoffreiche Ernährung unterstützt nicht nur die Gewichtsreduktion, sie schützt auch vor Stoffwechselerkrankungen. „Mindestens 15 Gramm faserhaltige Ballaststoffe pro 1.000 Kilokalorien, einen Fettanteil von höchstens 30 Prozent und höchstens 10 Prozent gesättigte Fettsäuren in der täglichen Nahrung“, hält Dr. Wesiack für ideal. Wer einer Diabetes-Erkrankung vorbeugen will, sollte deshalb besonders auf versteckte Fette achten. Sie lauern in zahlreichen Fertigprodukten. Auch beim Verzehr von Lebensmitteln mit vielen gesättigten Fetten wie Wurst, Käse, Sahne, Butter und Schokolade heißt es auf die Bremse zu treten.

Frisches Obst und Gemüse dürfen nicht fehlen

Eine vollwertige Kost enthält dagegen viele Kohlenhydrate und Ballaststoffe, die den Zuckerspiegel nur langsam ansteigen lassen. Deshalb sollten frisches Obst, Gemüse und Salat auf dem Ernährungsplan ebenso wenig fehlen wie Vollkorn-Getreideprodukte, Vollkornreis und -nudeln sowie Hülsenfrüchte und fettarme Milchprodukte.

Gegen den Durst helfen am besten Mineralwasser, Gemüsesäfte und ungesüßte Früchtetees. Bei Getränken, denen Süßstoffe als Zuckerersatz zugegeben wurde, ist unterdessen Vorsicht angesagt. Eine jüngst veröffentlichte Studie israelischer Forscher legt zumindest den Verdacht nahe, dass die synthetischen Süßstoffe den Blutzuckerspiegel erhöhen können.

Diabetes-Risiko selbst testen

Risikopatienten sollten außerdem auf keinen Fall versäumen, ihren Blutzucker und die Blutfettwerte regelmäßig vom Hausarzt kontrollieren zu lassen. Wie hoch das persönliche Diabetes-Risiko ist, kann darüber hinaus jeder mit Hilfe des „Diabetes-Risikotests“ problemlos auch selbst ermitteln. Der Fragebogen ist online (zum Beispiel unter www.diabetes-risiko.de) verfügbar, leicht auszufüllen und gibt sofort Auskunft über das individuelle Risiko.

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Arbeitsgemeinschaft Diabetes und Sport der DDG, www.diabetes-sport.de/index.php?option=com_content&task=view&id=27&Itemid=43; Berufsverband Deutscher Internisten (2014): Risikopatienten können Ausbruch von Diabetes verhindern. Pressemitteilung, www.internisten-im-netz.de/de_news_6_0_1648_risikopatienten-k-nnen-ausbruch-von-diabetes-verhindern.html; Deutsches Institut für Ernährungsforschung (2012): Deutscher Diabetes-Risiko-Test. Online: http://drs.dife.de/; Diabetesinformationsdienst München (2012): Risikofaktoren, www.diabetesinformationsdienst-muenchen.de/erkrankungsformen/typ-2-diabetes/risikofaktoren/index.html; Diabetesinformationsdienst München (2012): Prävention, www.diabetesinformationsdienst-muenchen.de/erkrankungsformen/typ-2-diabetes/praevention/index.html; Kassenärztliche Vereinigung Berlin (o.J.): Einem Typ-2-Diabetes vorbeugen, www.kvberlin.de/30patienten/60gesundheitsratgeber/diabetes/diabetes_vorbeugen.pdf; Landesärztekammer Hessen (o.J.): Diabetes-Risikotest, www.laekh.de/upload/Buerger_Patienten/Diabetes_Praevention/Fragebogen_Diabetes_Risiko.pdf; alle Informationen abgerufen im Oktober 2014