Eine schwere Zeit für Hinterbliebene

Die Nachricht vom Tod eines geliebten Menschen trifft Hinterbliebene oft überraschend. (Foto: Fotolia / masterloi)
Die Nachricht vom Tod eines geliebten Menschen trifft Hinterbliebene oft überraschend. (Foto: Fotolia / masterloi)

Trauerarbeit hilft, mit dem Verlust eines geliebten Menschen umzugehen.

(dbp/fru) Der Tod gehört zum Leben dazu, auch wenn es die Hinterbliebenen schmerzt. Er kann schleichend kommen, dann kann man sich etwas besser darauf vorbereiten. Aber er kann auch unvermittelt und plötzlich eintreten und alle überraschen. Täglich sterben Menschen jeden Alters. Hinterbliebene stehen dann oft vor großen Herausforderungen: Wie geht man mit dem Tod des geliebten Menschen um? Wie schafft man es, sein Leben weiterzuleben? Gerade wenn es um jüngere Verstorbene geht oder Kinder sterben, fällt dies besonders schwer.

Die vier Trauerphasen

Jeder Mensch trauert auf unterschiedliche Weise und vor allem unterschiedlich lange. Laut der Schweizer Psychologin Verena Kast kann man vier Trauerphasen unterscheiden, die Trauernde mehr oder minder durchlaufen. In der ersten Trauerphase – dem „Nicht-wahrhaben-Wollen“ –  geraten Trauernde in einen anfänglichen Schockzustand, bei dem der Tod noch nicht realisiert werden kann und eher verleugnet wird. In der zweiten Phase treten oft Emotionen in den Vordergrund, weshalb dieser Abschnitt von Kast auch „Phase der aufbrechenden Emotionen“ genannt wird. Das können die verschiedensten Gefühle sein, wie z. B. Wut, Angst, Traurigkeit, aber auch Erleichterung, wenn jemand nach einer langen Krankheit verstorben ist. Auch Schuldgefühle können in dieser Phase aufkommen.

In der anschließenden „Phase des Suchens und Sich-Trennens“ wird der Versuch unternommen, noch einmal eine Verbindung zum Verstorbenen aufzubauen. Die trauernde Person kann beispielsweise Erinnerungen aufleben lassen, indem Orte besucht werden, die in besonderer Verbindung mit dem Verstorbenen stehen oder auch seine Kleidungsstücke tragen. In der vierten Trauerphase („Phase des neuen Selbst- und Weltbezugs“) erfolgt die stetige Rückkehr in den Alltag. Der Trauernde akzeptiert den Verlust und nimmt den Verstorbenen als Erinnerung in sein gewohntes Leben auf. Die Trauerarbeit setze eine aktive Auseinandersetzung mit dem Tod voraus und manchmal sei auch professionelle Hilfe von Psychologen oder Trauerbegleitern nötig, empfiehlt die Gesellschaft für Bestattungen und Vorsorge (GBV).

Hilfe in Anspruch nehmen

„Den ersten Schmerz kann kein Therapeut nehmen, ja in den meisten Fällen noch nicht einmal lindern. Was der Therapeut allerdings kann, ist dem Klienten oder der Klientin aus dem Tal der Tränen herauszuhelfen“, sagt Psychologe und Psychotherapeut Walter Lenz auf den Internetseiten des Verbands Freier Psychotherapeuten, Heilpraktiker für Psychotherapie und Psychologischer Berater e.V. (VFP).

Dabei spielt die Selbstverantwortung eine große Rolle. Denn nur wer gewillt ist, sich aktiv seiner Situation zu nähern, kann es aus „dem Tal der Tränen“ schaffen. Allen anderen drohe laut Lenz sogar „ein Weg, der nur allzu oft in Depression, Abhängigkeit oder gar Selbstzerstörung endet.“ Trauerarbeit sei jedoch ein langsamer und schmerzreicher Weg, der oft von Rückschlägen begleitet wird. Der Therapeut bedient sich dabei z. B. intensiver Gesprächstherapien, kognitiver Verhaltenstherapien oder auch Übungen zur Selbstachtsamkeit. Wenn bereits eine psychische Erkrankung vorliegt, sollte Trauerarbeit nicht zur Anwendung kommen.