Eine Lungenentzündung kann jeden treffen

Bakterielle Untersuchungen im Labor können wichtige Hinweise auf eine Lungenentzündung liefern. (Foto: Asia Yakushevich / Fotolia)
Bakterielle Untersuchungen im Labor können wichtige Hinweise auf eine Lungenentzündung liefern. (Foto: Asia Yakushevich / Fotolia)

Säuglinge, Kleinkinder und ältere Menschen sind besonders gefährdet.

(dbp/fru) Hierzulande erkranken die Menschen meistens im Herbst und Winter an einer Lungenentzündung (Pneumonie). In Deutschland wird diese Diagnose jährlich etwa 400.000 Mal ausgesprochen. In Zeiten starker Grippewellen liegt diese Zahl sogar deutlich höher. Die Pneumonie ist die häufigste zum Tode führende Infektion in Westeuropa. In der bundesweiten Todesursachen-Statistik findet man die Lungenentzündung in den Top Ten. Ungefähr 14.000 Menschen starben laut Statistischem Bundesamt 2014 an Pneumonie.

Auslöser können verschiedene Erreger sein

Bei Erwachsenen wird eine Lungenentzündung meistens durch eine Infektion mit Pneumokokken ausgelöst. Die Erkrankung kann aber auch durch ätzende und giftige Gase, verschiedene Medikamente oder durch eine Strahlentherapie hervorgerufen werden. Des Weiteren können auch Fremdkörper, die versehentlich in die Atemwege gelangt sind, zur Entwicklung einer Pneumonie (Aspirations-Pneumonie) beitragen. In ganz seltenen Fällen können die Erreger auch auf dem Blutweg (hämatogene Infektion) übertragen und in die Lunge geschwemmt werden und somit ebenfalls eine Lungenentzündung auslösen. Es können aber auch Viren, Pilze oder Parasiten eine Entzündung der Lunge verursachen. Bei Kleinkindern ist das Bakterium Haemophilus influenzae Typ b (Hib) der häufigste Erreger, bei Säuglingen der Staphylokokkus aureus.

Das Erregerspektrum von Lungenentzündungen, die erst im Krankenhaus erworben wurden (sogenannte nosokomiale Pneumonien), unterscheidet sich deutlich von den außerhalb des Krankenhauses erworbenen Erkrankungen. Verursacher dieser Entzündungen sind vor allem Enterobakterien wie Pseudomonas aeruginosa, Klebsiellen oder auch Staphylokokken. Diese Erreger erweisen sich gegen viele Antibiotika als resistent und erschweren eine erfolgreiche Behandlung. Hinzu kommt, dass bei vielen Krankenhauspatienten die Abwehrkräfte bereits geschwächt sind und nur unzureichenden Schutz vor Krankheitserregern bieten.

Vorsorge durch Impfschutz

Für gefährdete Personen gibt es ein paar allgemeine Vorsorge-Tipps, die helfen, die Atemwege zu schützen. Dazu gehören das Nichtrauchen von Zigaretten, die Optimierung des Raumklimas, eine ausreichende Vitamin C-Aufnahme sowie ausreichende Bewegung an der frischen Luft. Zudem sollten sich entsprechende Risikogruppen in der kalten Jahreszeit unbedingt gegen Grippe impfen lassen. Weiterhin wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut empfohlen, dass Menschen ab 60 sich auf jeden Fall gegen Pneumokokken impfen lassen sollen. Und nicht zuletzt sollten auch alle Kinder ab dem vollendeten 2. Lebensmonat gegen Pneumokokken geimpft sein.

Eine Auffrischung des Pneumokokken-Impfschutzes kann für bestimmte Personenkreise im Abstand von 3-5 Jahren sinnvoll sein. Die Kosten für die Pneumokokken-Impfung entsprechend der STIKO-Empfehlung werden übrigens von den gesetzlichen Krankenversicherungen übernommen.

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Quellenangaben:
Onlineinformationen des Lungeninformationsdienstes (www.lungeninformationsdienst.de); Lungenärzte im Netz (www.lungenaerzte-im-netz.de); Statistisches Bundesamt; alle Infos aufgerufen am 03.02.2016