Effektive Therapie bei Darmkrebs

Die Chemotherapie wirkt gegen alle Körperzellen, die sich rasch teilen, so auch gegen Haarzellen, was oft Haarausfall verursacht. (Fotolia: JPC-PROD)
Die Chemotherapie wirkt gegen alle Körperzellen, die sich rasch teilen, so auch gegen Haarzellen, was oft Haarausfall verursacht. (Fotolia: JPC-PROD)

Je früher der Tumor entfernt wird, desto besser sind die Heilungschancen.

(iwg/auh) Die Behandlung bei Darmkrebs fußt auf drei Säulen: Operative Entfernung des Tumors, Chemo- und Strahlentherapie. Ob alle drei Methoden zum Einsatz kommen müssen und wenn ja, in welcher Abfolge, ist von Art, Lage, Größe und Stadium des Tumors abhängig.

Die besten Heilungschancen bestehen, wenn der Tumor ganz am Beginn seiner Entwicklung entdeckt und entfernt wird. Die international verwendete Klassifikation für Krebsstadien erfolgt nach dem TNM-System. Beispiel: T1N0M0 bedeutet, der Tumor ist klein und auf die Darmschleimhaut beschränkt (T1), Lymphknoten sind nicht befallen (N0) und es gibt auch keine Fernmetastasen (M0).

In diesem Fall wird normalerweise „nur“ operiert, eine weitere Therapie ist bei vollständiger Entfernung nicht nötig. Die Operation am Mastdarm (Rektumkarzinom) ist schwieriger als am restlichen Dickdarm. Liegt der Tumor nah am Schließmuskel, so hängt es nach Angaben der Felix-Burda-Stiftung auch vom Geschick und von der Erfahrung des Chirurgen ab, ob ein dauerhafter künstlicher Darmausgang gelegt werden muss oder nicht. Die Stiftung empfiehlt daher allen Mastdarmkrebspatienten, sich in „einer Klinik mit großer Erfahrung in diesem Bereich operieren zu lassen“.

Bei Lymphknotenbefall ergänzende Therapie

Bei der Operation werden auch die zugehörigen Lymphknoten entfernt. Stellt sich in der pathologischen Untersuchung heraus, dass diese vom Tumor befallen waren, so wird in der Regel eine sogenannte adjuvante, das heißt ergänzende Tumortherapie empfohlen, also Chemo- und/oder Strahlentherapie. Diese Behandlungsmethoden werden bei manchen Krebspatienten auch schon vor der Operation eingesetzt, um den Tumor zu verkleinern.

Allein das Wort Chemotherapie macht vielen Menschen Angst. Grund dafür ist in erster Linie die lange Liste mit unerwünschten Nebenwirkungen dieser medikamentösen Therapie. Manche Ängste sind zwar das Resultat veralteter Informationen, aber in der Tat kann die Behandlung sehr belastend sein. Die Chemotherapie wirkt nämlich gegen alle Körperzellen, die sich rasch teilen, nicht nur gegen die Krebszellen. So erklären sich die häufigsten Beschwerden wie Übelkeit, Durchfall und Haarausfall.

Informationen können Ängste reduzieren

Für viele Krebspatienten stellt die psychische Belastung aber eine größere Bürde dar als beispielsweise der Haarausfall. Sie fühlen sich stigmatisiert und ausgeliefert. In einem Kampf mit ungewissem Ausgang gegen einen unbekannten Gegner hilft es manchmal, wenigstens über die Wahl der Waffen mitentscheiden zu können. Unkenntnis kann schwach und hilflos machen. Deshalb sollten Patienten sich nicht scheuen, den behandelnden Ärzten alle Fragen zu stellen, die ihnen auf dem Herzen liegen.

Anders als die Chemotherapie, bekämpft die Strahlentherapie nur den lokal begrenzten Tumor, gesundes Gewebe wird weitgehend geschont. Für die Bestrahlung ist kein stationärer Klinikaufenthalt nötig. Zu den Nebenwirkungen zählen Hautreizungen, Schmerzen beim Wasserlassen und Durchfall als Folge einer Entzündung der Darmschleimhaut. Seltener kommt es zu Geschwüren, die operiert werden müssen. Bei Männern kann die Bestrahlung zur Zeugungsunfähigkeit führen. Eine Bestrahlung kommt lediglich beim Rektumkarzinom infrage.

Ist der Tumor entfernt und sind keine weiteren Therapien mehr angezeigt, sollte die Nachsorge nicht aus dem Blick geraten. Die Zeitintervalle, in denen Kontrolluntersuchungen durchgeführt werden müssen, stimmt der Arzt auf die jeweilige Situation des Patienten ab.