Dunkelheit, Ruhe und Schlaf

Auch Kinder können von Migräne betroffen sein. Sie klingt jedoch bei jedem zweiten Kind in der Pubertät aus. (Foto: Fotolia / New Africa)
Auch Kinder können von Migräne betroffen sein. Sie klingt jedoch bei jedem zweiten Kind in der Pubertät aus. (Foto: Fotolia / New Africa)

Das richtige Verhalten bei Migräneattacken

Bei einer Migräneattacke klagen Betroffene über anfallsartige Kopfschmerzen. Diese kommen zumeist in unregelmäßigen Abständen, welche von einmal im Jahr bis zu fast täglicher Migräne variieren können. Bisher sind 16 unterschiedliche Formen bekannt. Liegt ein Verdacht vor, kann ein Gespräch mit einem Facharzt Gewissheit bringen. Während der Attacke reagiert man hochsensibel auf Reize als Folge einer vorübergehenden Fehlfunktion der schmerzregulierenden Systeme. Schätzungen zufolge leiden bundesweit mehr als acht Millionen Menschen an einer Migräne.

Verschiedene Attacke-Phasen

Die chronische Erkrankung geht mit einer neurobiologisch bedingten Funktionsstörung im Gehirn, der Hirnhaut und der entsprechenden Blutgefäße einher.  In aktuellen Studien wird ein fehlerhafter Gleichgewichtszustand in den Schmerzzentren des Hirnstamms und eine Überaktivität von Nervenzellen als Ursache für den Beginn einer Migräneattacke genannt. Die Attacke selbst kann in bis zu vier Phasen eingeteilt werden und teilweise mehrere Tage andauern, wodurch die Betroffenen regelrecht „außer Gefecht gesetzt werden können“.

Häufig schildern Patienten von frühzeitigen Anzeichen, die sehr unterschiedlich ausfallen können. Die einen berichten von einer besonders ausgeprägten Leistungsfähigkeit, während andere wiederum gereizt oder sogar depressiv werden können. Bei circa 15% aller Betroffenen tritt eine sogenannte Aura auf. Dazu gehören unter anderem das Sehen von Lichtblitzen und Farben, blinde Flecken im Sehfeld und Sprachstörungen.

Tritt die Schmerzphase ein, kommt es in der Regel zu pulsierenden, stechenden Kopfschmerzen, die häufig einseitig auftreten, sich aber auch ausbreiten können. Zu den üblichen weiteren Begleiterscheinungen zählen Übelkeit, Lichtempfindlichkeit und Lärmempfindlichkeit. Zum Ende der Migräneattacke klingt der Schmerz ab. Viele sagen, dass sie währenddessen Dunkelheit, Ruhe und viel Schlaf benötigen. Dies gelte auch nach dem Ende der Attacke, da sich Leidtragende häufig ausgelaugt und energielos fühlen würden.

Die Medikation ist entscheidend

Bei Patienten mit leichter bis mittelschwerer Migräne kann Acetylsalicylsäure, kurz ASS, Abhilfe schaffen. Handelt es sich um eine schwere Attacke, hilft Aspirin nicht. Hier kommen sogenannte Triptane zum Einsatz. Sie imitieren den körpereigenen Botenstoff Serotonin, welcher bei der Weite der Blutgefäße hilfreich ist, da er sie verengt und dadurch die Attacke unterbricht. Sie haben jedoch eine begrenzte Wirkungsdauer und können bei langanhaltenden Attacken nur begrenzt helfen.  Prinzipiell sollten sie nicht länger als 10 Tage im Monat eingenommen werden. Hier ist eine Rücksprache mit dem behandelnden Arzt sinnvoll. Vor allem wenn zusätzlich andere Mittel gegen Übelkeit oder andere Schmerzmittel parallel eingenommen werden.

Ein anderer Ansatz ist die medikamentöse Prophylaxe. Dadurch soll die Häufigkeit und Intensität der Attacke verringert werden. Für diesen Zweck muss der betroffene Patient bestimmte Kriterien erfüllen, wie zum Beispiel mehr als drei Attacken im Monat zu haben. Entscheidend ist, wie stark die Person durch das Leiden in ihrer Lebensqualität eingeschränkt wird.