Direkter Kontakt mit Pfefferspray kann lebensbedrohlich sein

Für viele Frauen gehört Pfefferspray mittlerweile zum Handtascheninhalt dazu. Dessen Verwendung kann jedoch schwerwiegende Folgen haben. (Foto: Fotolia / RAM)
Für viele Frauen gehört Pfefferspray mittlerweile zum Handtascheninhalt dazu. Dessen Verwendung kann jedoch schwerwiegende Folgen haben. (Foto: Fotolia / RAM)

(dbp/fru) Seit den Vorfällen in der Silvesternacht in Köln ist die Nachfrage an Pfefferspray stark gestiegen. Viele sind sich jedoch nicht bewusst, dass ein direkter Kontakt mit Pfefferspray schwerwiegende Folgen haben kann.

Davor warnen die Lungenärzte des Bundesverbands der Pneumologen (BdP) und geben Tipps, wie eine Kontaktirritation am besten zu behandeln ist.

Der Wirkstoff im Pfefferspray reizt sensorische Nerven und verursacht ein schmerzhaftes Brennen auf der Haut und in den Augen, Bindehautschwellung sowie Tränenfluss – in der Regel Symptome, die sich nach einiger Zeit wieder verflüchtigen.

Asthmatiker und Blutdruckpatienten sind besonders gefährdet

„Kritischer als diese meist nach einer Stunde abklingenden Symptome sind die selteneren Komplikationen“, erklärt Dr. Andreas Hellmann, Vorsitzender des BdP. Er weist auch auf Todesfälle hin, die in der Fachliteratur dokumentiert sind. Besonders gefährdet beim Einatmen von Pfefferspray seien Asthmatiker, weil ihre Atemwege ohnehin dazu neigen, sich zu verengen, und ihre Bronchialmuskulatur leicht verkrampft, so dass es zu einem lebensbedrohlichen Asthmaanfall und zu einem Stimmritzenkrampf kommen kann. Das Einatmen von Pfefferspray könne außerdem bei Blutdruckpatienten mit labilem oder zu hohem Blutdruck zu einer Blutdruckkrise führen, die mit erhöhtem Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall einhergehe.

Dr. Hellmann rät dazu, die mit Pfefferspray in Kontakt gekommenen Stellen sofort mit fließendem kalten Wasser aus- bzw. abzuwaschen. Denn kaltes Wasser verschließt die Poren und verhindert so ein weiteres Eindringen des Reizstoffes. Bei schweren Beschwerden sollte ein Arzt hinzugezogen werden.