Die Zwei-in-Eins-Lösung

Bei einer Fehlsichtigkeit im Nahbereich kann das Lesen schnell zum Problem werden. (Foto: Fotolia / Kzenon)
Bei einer Fehlsichtigkeit im Nahbereich kann das Lesen schnell zum Problem werden. (Foto: Fotolia / Kzenon)

Gleitsichtbrille gegen die Altersweitsichtigkeit.

(dbp/spo/auh) Wenn man irgendwann seine Morgenzeitung so weit von sich weghält, dass die Arme ausgestreckt werden müssen, kann man davon ausgehen, dass eine Fehlsichtigkeit im Nahbereich der Grund dafür ist. Bei der sogenannten Altersweitsichtigkeit (medizinisch: Presbyopie) verschlechtert sich die Sehkraft des Auges im Laufe der Zeit. Die Ursache dafür ist eine nachlassende Flexibilität der Augenlinse, was zu einer Verhärtung und zu einer verminderten Akkommodationsfähigkeit des Auges führt. Man bräuchte also zum Sehen im Nahbereich eine Lesebrille. Wer zuvor schon eine Brille getragen hat, um seine Kurzsichtigkeit auszugleichen und jetzt nicht mit zwei Gestellen hantieren möchte, könnte in Gleitsichtbrillen oder Gleitsichtkontaktlinsen die Lösung finden.

Fließender Übergang bei Multifokalgläser

Mehrstärkengläser korrigieren die Sehschärfe mit nur einem Glas für verschiedene Entfernungen. Sogenannte Bi- oder Trifokalgläser verfügen über zwei beziehungsweise drei deutlich abgegrenzte Glaszonen, oben für die Ferne, unten für die Nähe und gegebenenfalls in der Mitte für mittlere Entfernungen. Der Brillenträger muss dann beim Lesen durch die untere Hälfte blicken, beim Blick in die Ferne durch die obere. Die optisch elegantere und modernere Lösung sind Multifokalgläser, sprich: Gleitsichtgläser. Hier gehen die einzelnen Zonen fließend ineinander über und es ist keine Abgrenzung im Glas sichtbar.

Es dauert eine Weile, bis sich die Augen an eine Gleitsichtbrille gewöhnt haben. Einige Brillenträger tun sich damit anfangs schwer – zum Beispiel, wenn beim Blick nach unten der Boden verschwommen erscheint, weil das Glas an dieser Stelle eigentlich für das Fokussieren auf einen sehr viel näheren Abstand geschliffen ist. Auch können beim Blick zur Seite Unschärfen entstehen, weshalb Gleitsichtbrillenträger sich schnell angewöhnen, den Kopf zu drehen, anstatt nur seitlich zu „linsen“.

Standard oder Maßanfertigung

Die Brille sollte gerade anfangs so lange wie möglich getragen werden, damit sich Augen und Gehirn bald an den zunächst seltsam anmutenden Seheindruck gewöhnen. Beim Kauf sollte die Glasgröße beachtet werden, denn zu kleine Gläser erschweren die Eingewöhnung. Der Berufsverband der Augenärzte empfiehlt zusätzlich eine gute Entspiegelung zu wählen, um störende Lichtreflexionen zu vermeiden. Zudem gibt es Gläser, die UV-Strahlen filtern oder Kunststoffvarianten, die besonders bruchfest sind. Letztere empfehlen sich, wenn die Brille zum Beispiel in Beruf oder Freizeit viel aushalten muss.

Gleitsichtgläser gibt es als Standard- oder Maßanfertigung – welche Variante für wen geeignet ist, muss im Einzelfall entschieden werden. Augenabstand, Augenbewegung, Kopf- und Brillenform bestimmen die Anordnung der Sehzonen im Glas. Der Augenoptiker kann hier am besten beraten. Wer überhaupt keine Brille tragen möchte, für den könnte eine chirurgische Korrektur der Altersweitsichtigkeit mit sogenannten Multifokallinsen als Alternative infrage kommen.