Die Wunschbehandlung schwarz auf weiß

Wer sichergehen möchte, dass seine medizinischen Wünsche im Krankheitsfall auch beachtet werden, der sollte eine Patientenverfügung haben. (Foto: Bilderbox)
Wer sichergehen möchte, dass seine medizinischen Wünsche im Krankheitsfall auch beachtet werden, der sollte eine Patientenverfügung haben. (Foto: Bilderbox)

Nachgeforscht: Warum ist eine Patientenverfügung sinnvoll?

(dbp/spo) Wer gesund und geistig fit ist, kann selbst über sein Leben bestimmen. Doch was passiert, wenn man im ärztlichen Notfall oder wegen einer Krankheit seinen Willen nicht mehr äußern kann? Wer dann sichergehen möchte, dass medizinisch alles nach seinem Wunsch läuft, sollte eine Patientenverfügung verfassen.

Brauche ich tatsächlich eine solche Verfügung?

Niemand ist gezwungen, eine Patientenverfügung zu verfassen. Allerdings kann jeder Mensch – egal ob jung oder alt – plötzlich schwer krank werden oder einen Unfall haben, sodass er nicht mehr in der Lage ist, sich mitzuteilen. Dann ist es wichtig zu wissen: Was soll mit mir passieren? Sollen lebenserhaltende Maßnahmen durchgeführt werden, auch wenn die Gefahr besteht, zum Pflegefall zu werden? Soll darauf verzichtet und möglicherweise der Tod in Kauf genommen werden? Das sind existenzielle Entscheidungen, die ohne Patientenverfügung von Ärzten oder den befugten Betreuern getroffen werden müssen.

Was kann ich in der Verfügung festlegen?

Da gibt es viele Möglichkeiten. Zum Beispiel, dass man im Fall einer fortgeschrittenen Demenzerkrankung nicht künstlich ernährt werden möchte. Oder ob man eine Dialyse, die Gabe von Blut oder eine künstliche Beatmung erlaubt. Die Angaben sind sehr individuell und sollten gut durchdacht sein. Im Zweifel sollten sie zuvor mit einem Mediziner oder Juristen durchgesprochen werden. In regelmäßigen Abständen ist es sinnvoll, die Inhalte der Verfügung noch einmal zu überprüfen, denn Menschen ändern ihre Meinung.

Wie soll ich meine Wünsche am besten formulieren?

Die Wünsche, die in einer Patientenverfügung angegeben werden, sind verbindlich (Paragraph 1901a BGB) – allerdings nur dann, wenn sie klar und eindeutig formuliert sind. Sätze wie „Wenn mein Leben nicht mehr lebenswert ist …“ oder „Wenn kein menschenwürdiges Dasein mehr möglich ist …“ sind viel zu schwammig. Hilfestellung und Textbausteine gibt es im Internet auf der Seite des Bundesjustizministeriums (www.bmj.de).

Kann man eigentlich trotz Patientenverfügung Organe spenden?

Ja, das geht. Um Klarheit zu schaffen, sollte jedoch extra festgelegt sein, dass der Patient das wünscht, sagt die Deutsche Stiftung Organtransplantation. Um Organe entnehmen zu können, muss der Hirntod festgestellt worden sein, aber der Körper noch künstlich am Leben gehalten werden. Schließt die Patientenverfügung jedoch lebenserhaltende Maßnahmen aus, sollte ein Passus eingefügt werden, der die Spende trotzdem ermöglicht. Formulierungsvorschläge dafür gibt es in der Broschüre „Patientenverfügung. Leben – Krankheit – Sterben“ des Bundesjustizministeriums.

Wie erfährt der Arzt überhaupt von meiner Patientenverfügung?

Idealerweise trägt der Patient einen Hinweis bei sich – vielleicht im Portemonnaie –, dass es eine Patientenverfügung gibt und wo sie aufbewahrt wird. Darüber hinaus sollten alle Vertrauenspersonen darüber Bescheid wissen.