Die vermeidbare Gefahr

Frauen holen leider auf: Seit mehr Frauen rauchen, erkranken auch immer mehr an Lungenkrebs. (Foto: Bilderbox)
Frauen holen leider auf: Seit mehr Frauen rauchen, erkranken auch immer mehr an Lungenkrebs. (Foto: Bilderbox)

Rauchen ist der größte Risikofaktor für Lungenkrebs

(dbp/nas) Pro Jahr erkranken mehr als 40.000 Menschen in Deutschland an Lungenkrebs – etwa drei Viertel davon Männer, ein Viertel Frauen. Risikofaktor Nummer eins bei der Entstehung von Lungenkrebs ist Tabakrauch. Ein lebenslanger Raucher erkrankt mit einer statistischen Wahrscheinlichkeit von 16 Prozent, sagt Dr. Martina Pötschke-Langer, Leiterin der Stabsstelle Krebsprävention und des WHO-Kollaborationszentrums für Tabakkontrolle des Deutschen Krebsforschungszentrums.

Am besten ist es natürlich, gar nicht erst mit dem Rauchen anzufangen. Aber je früher man wieder aufhört, desto besser stehen immerhin die Chancen, dass sich die Atemwege erholen: Nach zehn Jahren halbiert sich das Lungenkrebs-Risiko eines ehemaligen Rauchers, erklärt Dr. Pötschke-Langer. Und nicht nur die Lunge kann wieder aufatmen: Rauchen ist nämlich auch ein Risikofaktor bei der Entstehung anderer Krebsarten und es schädigt das Herz-Kreislauf-System und die Gefäße und begünstigt so Herzinfarkte und Schlaganfälle.

Auch Passivrauchen ist gefährlich

Während der Tabakkonsum insgesamt rückläufig ist, und vor allem die Männer und die 12- bis 18-Jährigen in den vergangenen Jahren weniger rauchen, ist die Zahl der Raucherinnen gleichbleibend hoch. „Dramatisch ist, dass die Lungenkrebs-Sterblichkeit bei Frauen ansteigt“, so Dr. Pötschke-Langer. Im Jahr 2012 habe eine Beobachtungsstudie an mehr als einer Million Frauen in England erneut bestätigt, wie gefährlich Tabak ist: Wenn Frauen rauchen, dann kostet sie das mindestens zehn Jahre ihrer Lebenserwartung, so das erschütternde Ergebnis.

Der Glaube, wer nur wenig oder nur gelegentlich raucht, könne sich in Sicherheit wiegen, sei falsch. „Die Lunge vergisst nichts“, stellt Dr. Pötschke-Langer klar. Mit jedem Zug werde ein Cocktail von rund 90 potenziell krebserregenden Substanzen eingeatmet. Und nicht nur der Raucher selbst, sondern auch seine Umwelt wird belastet. Dass Passivrauchen ebenfalls eine massive Gefahr darstellt, ist längst wissenschaftlich belegt. Besonders dramatisch kann das für Kinder in einem Raucherhaushalt sein. Kinder haben eine schnellere Atemfrequenz und ihr Immunsystem ist noch nicht ausgereift, deshalb sind sie besonders gefährdet.

Motivation ist entscheidend fürs Aufhören

Wer mit dem Rauchen aufhören möchte, braucht vor allem eins: Motivation. Und wer die hat, der kann es auch schaffen – egal, mit welcher Methode, sagt Dr. Pötschke-Langer. Ihr Tipp: Sich ein konkretes Datum setzen, möglichst in einer stressfreien Zeit. „Holen Sie sich Hilfe“, rät die Expertin außerdem; vor allem bei Familie, Freunden und Kollegen, vielleicht auch bei einem Therapeuten oder dem Hausarzt.

Sich viel zu bewegen und viel zu trinken, unterstützt den Körper. Wichtig sei, mit alten Gewohnheiten zu brechen und sich fürs Nichtrauchen zu belohnen. Vier Wochen das Geld, das man sonst für Zigaretten ausgegeben hätte, in ein Sparschwein stecken und sich dann etwas Schönes kaufen – das sei zum Beispiel eine tolle Motivation. Und bei einem Rückfall? Nicht verzweifeln, ermutigt Dr. Pötschke-Langer. Sondern einfach wieder von Neuem anfangen aufzuhören.