Die Steinzeit-Esser

Obst, Gemüse, Fisch und mageres Fleisch sind Hauptbestandteile der Paleo-Diät. (Foto: Fotolia / Mara Zemgaliete)
Obst, Gemüse, Fisch und mageres Fleisch sind Hauptbestandteile der Paleo-Diät. (Foto: Fotolia / Mara Zemgaliete)

Bei der Paleo-Diät ernährt man sich wie vor 10 000 Jahren.

(dbp/fru) Man stelle sich vor, es gäbe keinen Supermarkt, in dem man alles kaufen kann, worauf man gerade Lust hat und man müsste sich wie vor 10 000 Jahren wieder selbst darum kümmern, an Essen heranzukommen. Wie würde man da vorgehen und wovon würde man sich dann überhaupt ernähren? Mit solchen spannenden Fragen beschäftigt sich die Paleoernährung. Darauf aufbauend gibt es auch eine empfohlene Ernährungsweise – die sogenannte Paleo-Diät.

Getreide, Milchprodukte und Zucker sind erst seit „Kurzem“ verfügbar

Sabrina Kloske ist Ökotrophologin und erläutert das Prinzip dieser Diät auf dem Verbraucherportal Hessen folgendermaßen: „Die Aufmerksamkeit richtete sich erstmals 1985 auf die Paleo-Diät oder „Steinzeiternährung“ durch eine Veröffentlichung des Wissenschaftlers S. B. Eaton. Wie der Name schon sagt, ist diese alternative Ernährungsform angelehnt an die Ernährung unserer Vorfahren, den Jägern und Sammlern. Im Vergleich zur heutigen Vollwertkost wurden erheblich mehr Eiweiß, aber weniger Fett und Kohlenhydrate gegessen.“

Auch die Deutsche Gesellschaft für Paläoernährung hat sich unter anderem zum Ziel gesetzt, über die Paleoernährung als Ernährungskonzept zu informieren. Auf ihren Internetseiten weist sie darauf hin, dass 2,5 Millionen Jahre lang kein Mensch (größere Mengen) Getreide- und Milchprodukte, Zucker oder industriell hergestellte Produkte gegessen habe. Diese seien erst seit den letzten 10 000 Jahren oder zeitlich noch kürzer verfügbar, was lediglich einem evolutionsbiologischen Wimpernschlag entspräche. Daraus wird von den Anhängern der Paleoernährung abgeleitet, dass dieser Zeitraum zu kurz für eine genetische Anpassung des Menschen ist, weshalb solche Nahrungsmittel auch kein Bestandteil der heutigen menschlichen Ernährung sein sollten.

Bewusste Auswahl von Eiweiß- und Fettquellen

Auf den Speiseplan gehören daher bei einer Paleo-Diät vielmehr Obst und Knollengemüse sowie Nüsse, Eier, Fleisch und Fisch, wobei sich die Ernährung auch vor 10 000 Jahren je nach Klimazone auch in ihrer Zusammenstellung deutlich unterschieden haben muss. Je weiter nördlich oder südlich man gelebt hat, desto saisonaler und spärlicher wurde der Obstkonsum zu Gunsten von Fleisch und Fisch.

„Durch Obst und Gemüse werden dem Körper reichlich Mineralstoffe, Ballaststoffe und Vitamine zugeführt. Fisch und mageres Fleisch liefern neben Vitaminen auch wichtiges Eiweiß. Fisch beinhaltet zudem noch eine hohe Menge guter Fette. Die eingesetzten pflanzlichen Öle bestehen überwiegend aus wichtigen mehrfach und einfach ungesättigten Fettsäuren“, erklärt Ernährungsexpertin Kloske die Vorteile der Paleo-Diät.

Auf Reis, Mais und Vollkornprodukte sollte man hingegen verzichten und natürlich auch auf daraus hergestellte Lebensmittel wie Nudeln und Mehl. Aber auch stärkereiches Gemüse wie Kartoffeln sind bei einer steinzeitlichen Ernährung tabu. Zudem muss man im Ernährungsplan gänzlich Milch- und Milchprodukte weglassen, da unsere Vorfahren meist keine Gelegenheit hatten, an tierische Milch heranzukommen. Des Weiteren sind alle stark verarbeiteten Lebensmittel (z. B. Zucker) zu meiden. Für diese „Entbehrungen“ soll man aber mit einer deutlichen Portion Gesundheit belohnt werden. Schließlich seien noch heute gerade bei traditionell lebenden Kulturen Zivilisationskrankheiten der westlichen Welt praktisch unbekannt.

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Quellenangaben:
Onlineinformationen des Verbraucherfensters Hessen (Seite des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz unter https://verbraucherfenster.hessen.de/gesundheit/ern%C3%A4hrung/empfehlungen/paleo-di%C3%A4t-was-ist-das und der Deutschen Gesellschaft für Paläoernährung unter http://palaeo-gesellschaft.de/ (abgerufen im September 2016)