Die Sonne gut geschützt genießen

Im Sommer stets gut behütet nach draußen gehen, das raten Dermatologen. (Foto: Benicce / Fotolia)
Im Sommer stets gut behütet nach draußen gehen, das raten Dermatologen. (Foto: Benicce / Fotolia)

Dermatologe: Konsequenter Sonnenschutz ist effektive Hautkrebsvorbeugung

(dbp/auh) Mit der Sommersonne sollte man der eigenen Haut zuliebe vorsichtig umgehen, rät Hautarzt Dr. Johannes Müller-Steinmann. Der ärztliche Direktor des Hautarztzentrums Kiel erklärt, wie das UV-Licht die Haut schädigt. Zum einen wird die Hautalterung beschleunigt, das heißt die Haut wird dünner und verletzlicher. Sichtbar wird dieser Prozess durch das Auftreten von Altersflecken und vorzeitige Faltenbildung.

Zum anderen begünstigt die Sonne die Entstehung von Hautkrebs. Laut Dr. Müller-Steinmann haben 60 Prozent aller über 40-Jährigen bereits Vorstufen des weißen Hautkrebses, die „aktinische Keratose“. Meist sind das kleine, schuppige oder rötliche Stellen, die der Laie kaum wahrnimmt. Sie entwickeln sich häufig an den sogenannten Sonnenterrassen des Körpers: Gesicht, Nase, Ohren, Stirn, Handrücken und Glatze, aber auch an Unterarmen, Unterschenkel und Dekolleté.

Sonnenschutz von März bis Oktober

Weißer Hautkrebs ist mit großem Abstand die häufigste Krebserkrankung in Deutschland und eindeutig die Folge jahrelanger „Kumulation der UV-Bestrahlung“, wie Dr. Müller-Steinmann erläutert. Aus diesem Grund geht der Dermatologe „vom 1. März bis zum 31. Oktober“ niemals ohne Sonnenschutz aus dem Haus. „Jeder Mensch hat eine Art Sonnenkonto, auf das er sein Leben lang einzahlt, von dem er aber nie etwas abheben kann“, warnt der Experte.

Das heißt, Sonnenhut und Sonnencreme sollten nicht nur im Strandurlaub zum Einsatz kommen. Auch bei der Gartenarbeit sowie bei Spiel und Sport und jedem anderen Aufenthalt im Freien empfiehlt der Kieler Arzt einen Lichtschutzfaktor von mindestens 15 bis 30, je nach Hauttyp. Sich ungeschützt der Sonne aussetzen, und sei es auch nur für kurze Zeit, davon rät der Experte eindeutig ab. Deshalb sein Rat: Das Eincremen sollte vor dem Gang ins Freie stattfinden.

Creme, Gel oder Spray?

Das Angebot an Sonnenschutzmitteln ist schier unüberschaubar. Um die Spreu vom Weizen zu trennen, rät Dr. Müller–Steinmann dazu, auf aktuelle Testergebnisse zu achten. Je nach Hauttyp und Anwendungsbereich könne die Konsistenz (Creme, Gel oder Spray) variieren: „Menschen, die eine fettigere Haut haben oder viel Sport treiben, sollten auf Gele setzten. Diese verlaufen beim Schwitzen nicht und fetten nicht nach. Für Wassersportler hingegen eignen sich wasserfeste Cremes, die besser an der Haut haften. Hier gilt: Verwenden Sie einen sehr hohen Lichtschutzfaktor von 50, denn das Wasser reflektiert die Sonnenstrahlen. Für Kinder gibt es farbige Cremes, die das Eincremen spaßiger gestalten. Beim Sonnenschutz gilt allgemein: Mehr ist mehr – also immer schön dick eincremen und auch an Ohren, Schultern und Füße denken!“

Textilien mit UV-Schutz

Am besten ist die Haut mit Kleidung geschützt. Allerdings nicht mit weißen Baumwoll-T-Shirts, „da gehen die UV-Strahlen durch“, sagt Dr. Müller-Steinmann. Er weist darauf hin, dass es auch Textilien mit UV-Schutz gibt, die besonders geeignet sind für Kinder, aber auch für Erwachsene mit empfindlicher Haut. Die Kleidung ist in der Regel leicht, sauerstoffdurchlässig und trocknet extrem schnell.

Dr. Müller-Steinmann weiß, dass diese Schutzvorkehrungen die Vitamin-D-Synthese in der Haut fast unmöglich machen. Ein Mangel an Vitamin D wird in jüngster Zeit mit immer mehr Gesundheitsrisiken in Verbindung gebracht. Doch statt sich deswegen den gefährlichen UV-Strahlen auszusetzen, rät der Kieler Arzt eher zu einer Überprüfung des Vitamin-D-Spiegels und bei Bedarf zu einer Nahrungsergänzung.