Die Pubertät ist das beste Zahnspangenalter

Wenn der Kiefer noch im Wachstum ist, können Zahnfehlstellungen effektiver korrigiert werden. (Foto: proDente e.V.)
Wenn der Kiefer noch im Wachstum ist, können Zahnfehlstellungen effektiver korrigiert werden. (Foto: proDente e.V.)

Warum es sinnvoll ist, rechtzeitig mit einer kieferorthopädischen Behandlung zu beginnen

(dbp/spo) Die Zahnspange gehört heutzutage fast genauso zur Pubertät wie Pickel. Zwar kann eine notwendige Zahnkorrektur eigentlich genauso gut im Erwachsenenalter durchgeführt werden. Dennoch ist es sinnvoll, damit nicht zu lange zu warten.

Vorteil einer Behandlung im Erwachsenenalter: Die Patienten sind meist motivierter. Sie machen besser mit, was Mediziner eine gute „Compliance“ nennen. Das ist zum Beispiel bei herausnehmbaren Zahnspangen wichtig. Diese müssen schließlich regelmäßig getragen werden.

Am günstigsten ist eine kieferorthopädische Behandlung aber trotzdem etwa zwischen dem zehnten und 13. Lebensjahr. Dann, wenn die meisten Milchzähne den bleibenden Zähnen gewichen sind. „Die Umformbereitschaft des Gewebes“ sei hier sehr hoch, so der Berufsverband der Deutschen Kieferorthopäden (BDK). Einzelne, noch nicht durchgebrochene Zähne könnten gleich in die Wunschposition geleitet werden. Und weil auch die Kiefergelenke noch wachsen, könne das gesamte Gebiss leichter in die korrekte Stellung gebracht werden.

Die Kasse zahlt nicht für Volljährige

Ein weiteres Argument sind die Kosten. Wird eine kieferorthopädische Behandlung erst nach dem 18. Geburtstag begonnen, findet sich normalerweise keine gesetzliche Krankenversicherung, die einen Zuschuss zahlt. Anders ist das bei Kindern und Teenagern, sofern eine deutlich ausgeprägte Fehlstellung vorliegt. Leistungen, die über die Grundversorgung hinausgehen, zum Beispiel spezielle zahnfarbene Brackets oder hochelastische Drähte bei festen Spangen, gehen sowieso auf eigene Rechnung.

Der frühzeitige Gang zum Kieferorthopäden ist aber noch aus anderen Gründen sinnvoll. Fehlstellungen im Kiefer führen laut BDK auf Dauer manchmal zu schmerzhaften Verspannungen. Stimmt der Zahnkontakt zwischen Ober- und Unterkiefer nicht, kann es zudem sein, dass auf einzelne Zähne zu starke Kräfte wirken und diese gelockert werden. Durch schief stehende Zähne, die andere leicht verdecken, entstehen wiederum kleine Nischen, in denen sich ungestört Kariesbakterien ansammeln können.

Fehlstellungen kann man vorbeugen

Das heißt aber nicht, dass besorgte Eltern schon mit Kleinkindern sofort zum Kieferorthopäden gehen müssen. Eine Behandlung des Milchgebisses macht laut BDK nur in wenigen, extremen Fällen Sinn. Oft zeigen sich die Fehlstellungen auch erst mit dem Übergang zum bleibenden Gebiss.

Trotzdem können Eltern ein Stück weit dazu beitragen, dass ihr Kind keine ausgeprägte Fehlstellung bekommt. Zum Beispiel, indem sie auf eine gute Zahnpflege achten. Nur gesunde Milchzähne können nämlich als Platzhalter dafür sorgen, dass ihre Nachfolger sich gut ins Gebiss einreihen.

Negative Auswirkungen hat darüber hinaus das Dauernuckeln an Schnuller oder Daumen. Der ständige starke Druck auf Gaumen und Oberkiefer beim Daumenlutschen kann zum Beispiel einen offenen Biss verursachen. Auch der Schnuller sollte älteren Kindern nicht den ganzen Tag erlaubt werden. Spätestens mit drei Jahren empfehlen die Kieferorthopäden, die Schnullerfee zu rufen.