Die Pflege-Lücke schließen

Die gesetzliche Pflegeversicherung übernimmt i.d.R. nicht alle anfallenden Pflegekosten, weshalb eine private Pflegezusatzversicherung von Vorteil sein kann. (Foto: Fotolia / zinkevych)
Die gesetzliche Pflegeversicherung übernimmt i.d.R. nicht alle anfallenden Pflegekosten, weshalb eine private Pflegezusatzversicherung von Vorteil sein kann. (Foto: Fotolia / zinkevych)

Drei Modelle von Pflegezusatzversicherungen.

(iwg/fru) Früher oder später trifft es einen Großteil der Menschen – sie werden aufgrund von Alter, Krankheit oder einem Unfall zum Pflegefall. Wenn man pflegebedürftig ist, zahlt die Pflegeversicherung zum Beispiel grundsätzlich Geld für die Pflege zuhause oder in einem Pflegeheim. Aber auch für eine Kurzzeitpflege, teilstationäre Pflege, für Pflegehilfsmittel oder für den barrierefreien Umbau der Wohnung kann die Pflegversicherung (teilweise) in Anspruch genommen werden. Die Leistungen der Pflegeversicherung und deren Höhe richten sich nach dem Pflegegrad, den der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) feststellt. Die gesetzliche Pflegeversicherung übernimmt im Pflegefall meist nicht alle Kosten. Wer bezahlt also den Restbetrag? Immerhin können da schnell mehrere Hundert Euro im Monat zusammenkommen.

Privates Ansparen oder Pflegezusatzversicherung

Je nach individueller Leistungsfähigkeit muss die entstehende Lücke bezüglich der Pflegekosten vom Pflegebedürftigen selbst oder – wenn Einkommen oder Vermögen zur Bezahlung der Pflegekosten nicht ausreichen – vom Sozialamt getragen werden. Dabei darf der Pflegebedürftige ein Schonvermögen von 5 000 Euro behalten. „Wer mehr hat, muss das Mehr aufbrauchen“, erklärt die Verbraucherzentrale, bevor das Sozialamt die Kosten übernimmt. Achtung: Wenn Kinder vorhanden sind, ist es unter Umständen möglich, dass sich das Sozialamt Geld von den Kindern wiederholt, denn Kinder sind ihren Eltern zum Unterhalt verpflichtet, wenn die Eltern bedürftig sind, so die Verbraucherzentrale weiter.

Wenn das eigene Vermögen und das der Kinder geschützt werden soll, kann eine private Pflegezusatzversicherung abgeschlossen werden oder frühzeitig ein privates Ansparen erfolgen. Der Nachteil einer privaten Pflegezusatzversicherung gegenüber dem privaten Ansparen: „Das Geld, das Sie in die Versicherung eingezahlt haben, ist weg, falls Sie keine Pflege benötigen“, teilt die Verbraucherzentrale mit. Und auch mit einer privaten Pflegezusatzversicherung kann noch ein Rest der Pflegekosten offenbleiben.

Welche Pflegeversicherungen gibt es?

Grundsätzlich gibt es drei Formen der privaten Pflegezusatzversicherung und zwar die Pflegetagegeldversicherung, die Pflegekostenversicherung und die Pflegerentenversicherung. Bei der Pflegetagegeldversicherung bekommt der Pflegebedürftige einen festen Tagessatz ausgezahlt, dessen Höhe sich nach dem Pflegegrad richtet. Die Auszahlung erfolgt unabhängig vom Ort der Pflege, das heißt, man kann zuhause von Angehörigen oder einem mobilen Pflegedienst gepflegt werden, aber auch im Pflegeheim. Der Staat fördert den Abschluss einiger Pflegetagegeld-Verträge mit dem sogenannten „Pflege-Bahr“.

Bei der Pflegekostenversicherung wird ein vertraglich festgelegter Prozentsatz der gesetzlichen Leistung der Pflegeversicherung dazugezahlt. Hier gibt es auch eine Höchstgrenze und die Zahlung erfolgt nur bei tatsächlich entstehenden Pflegekosten. Wenn Angehörige pflegen, wird oft ein fester Tagessatz gezahlt. Bei der Pflegerentenversicherung wird ab Pflegegrad 2 eine monatliche Rente gezahlt. Die Höhe hängt vom Pflegegrad ab und wird im Vertrag festgelegt. Auch hier erfolgt die Zahlung unabhängig davon, wer pflegt. Diese Art der Versicherung ist jedoch vergleichsweise teuer, dafür aber flexibler. In allen Fällen sollte man sich eingehend und individuell beraten lassen, um am Ende die richtige Entscheidung zu treffen.