Die Milchzähne im Gesundheits-Check

Die Milchzähne im Gesundheits-Check

Auch beim Zahnarzt gibt es Früherkennungsuntersuchungen für Kinder

(dbp/spo) Um zu sehen, ob Kinder sich körperlich gut entwickeln, gibt es die Früherkennungsuntersuchungen (U-Untersuchungen) beim Kinderarzt. Was viele nicht wissen: Diese frühe medizinische Begleitung ist auch für die Zähne wichtig. Deshalb haben gesetzlich versicherte Kinder zwischen dem zweiten und sechsten Lebensjahr auch Anspruch auf drei Früherkennungsuntersuchungen beim Zahnarzt (FU- oder UZ-Untersuchungen).

Die erste Untersuchung sollte im zweiten Lebensjahr stattfinden. Die anderen folgen im Abstand von mindestens einem Jahr – vor allem dann, wenn das Kind noch nicht an einer prophylaktischen Reihenuntersuchung im Kindergarten oder in der Schule teilgenommen hat. Bei der Früherkennung untersucht der Zahnarzt die Mundhöhle, die Zähne und die Zahnstellung und schätzt das individuelle Kariesrisiko ein. Haben Kinder ein erhöhtes Risiko, können die Zähne nach Bedarf mit einem schützenden Fluoridlack versehen werden. Sind Milchzähne von Karies befallen, müssen sie behandelt werden.

Orientierungshilfe: der Zahnärztliche Kinderpass

Die Eltern werden bei den Kontrollterminen zur richtigen Ernährung und Zahnpflege im Kindesalter beraten. Um sie an die zahnärztliche Vorsorge zu erinnern und ihnen nützliche Informationen, etwa zur Bedeutung der Milchzähne, auch schriftlich an die Hand zu geben, gibt es den Zahnärztlichen Kinderpass. Je nach Bundesland heißt er auch Zahnärztlicher Kinder-Untersuchungspass, Prophylaxepass oder ähnlich.

Der Pass sollte bei Zahnärzten, Frauenärzten oder Hebammen erhältlich sein – allerdings ist die Verteilung je nach Region unterschiedlich geregelt. Im Kinderpass kann der Zahnarzt die Ergebnisse seiner Untersuchungen dokumentieren: zum Beispiel, ob es Zahnbeläge und Entzündungen gibt oder ob eine Zahnfehlstellung droht, die möglicherweise kieferorthopädisch behandelt werden muss.

Den Zahnärztekammern ist es wichtig, dass die Mütter bereits in der Schwangerschaft untersucht und beraten werden – auch diese Untersuchungstermine sind im Kinderpass vermerkt. Zwar haben Ungeborene noch keine Zähne oder zumindest nur die Anlagen dafür, aber die Zahngesundheit der Mutter spielt für sie trotzdem eine wichtige Rolle.

Gesunde Zähne schon in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft leiden nämlich viele Frauen an entzündetem Zahnfleisch, zudem ist das Kariesrisiko erhöht, teilt die Landeszahnärztekammer Brandenburg mit. Die Kariesbakterien können über das Blut auf das Baby übertragen werden; unbehandelte schwere Entzündungen wiederum erhöhen das Risiko für eine Früh- oder gar Fehlgeburt.

„Kinder mit gesunden Milchzähnen bleiben zu 90 Prozent auch zahngesund im Erwachsenenalter“, sagen die Zahnärztekammern. Wenn der Nachwuchs auf der Welt ist, empfehlen sie deshalb über die gesetzlichen Früherkennungsuntersuchungen hinaus grundsätzlich eine halbjährliche Kontrolle der Kinderzähne beim Zahnarzt.