Die jugendliche Ungeduld ist im Gehirn verankert

Jugendliche denken eher nach dem Motto: Lieber jetzt haben als für später sparen. (Foto: grafikplusfoto / Fotolia)
Jugendliche denken eher nach dem Motto: Lieber jetzt haben als für später sparen. (Foto: grafikplusfoto / Fotolia)

(dbp/spo) Was ist besser: 20 Euro jetzt bekommen oder 50 Euro in einem Monat? Wenn Jugendlichen diese Frage gestellt wird, entscheiden sie sich oft für die 20 Euro.

Die Gründe dafür liegen in ihren Gehirnstrukturen verborgen, wie eine Studie unter Mitarbeit des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung zeigt.

50 Probanden zwischen acht und 25 Jahren wurde dabei die Frage gestellt, ob sie lieber eine kleinere Geldbelohnung jetzt oder eine größere zu einem späteren Zeitpunkt haben wollen. Während der Entscheidungsfindung wurden ihre Hirnaktivitäten mit einer Magnetresonanztomografie (MRT) überwacht.

Schwache Verknüpfungen

Das Ergebnis: Den Jugendlichen fiel es im Vergleich zu den Erwachsenen viel schwerer, auf den größeren Betrag zu warten. Das liegt offenbar daran, dass bestimmte Hirnbereiche – nämlich jene, für das Belohnungssystem und für die Zukunftsplanung – noch nicht so stark miteinander verknüpft sind. „Es ist nicht so, dass Jugendliche keine Zukunftspläne haben, aber sie sind bei ihren Entscheidungen einfach mehr im Hier und Jetzt“, sagt der Erstautor der Studie, Wouter van den Bos vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung.

Mit zunehmendem Alter werde die Verbindung zwischen den beiden Hirnbereichen stärker. Dennoch sei es wichtig, den Jugendlichen nicht ständig ihre scheinbar fehlerhaften Entscheidungen abzunehmen, denn das Gehirn lernt daraus.