Die Hörgesundheit von Kindern stärken

Bei Innenohrschwerhörigkeit sollten Kinder frühzeitig mit Hörgeräten versorgt werden. Eltern müssen dann ihre Kinder auch ermutigen, das Hörgerät den ganzen Tag zu tragen. (Foto: pololia / Fotolia)
Bei Innenohrschwerhörigkeit sollten Kinder frühzeitig mit Hörgeräten versorgt werden. Eltern müssen dann ihre Kinder auch ermutigen, das Hörgerät den ganzen Tag zu tragen. (Foto: pololia / Fotolia)

Bei Hörstörungen ist frühzeitige Förderung wichtig.

(dbp/fru) Das Hören ist für die Entwicklung eines Kindes von zentraler Bedeutung. Es erleichtert den Spracherwerb und die Orientierung in der Welt. Deshalb ist eine regelmäßige Kontrolle des Hörvermögens bei Kindern unverzichtbar. Erst wenn ein Kind das Schulalter erreicht hat, ist seine Hörfähigkeit voll ausgebildet. Bis dahin – und auch danach – lauern jedoch im Alltag einige Gefahren, wie Lärmquellen oder bestimmte Krankheiten, welche die Entwicklung und Erhaltung der Hörgesundheit beeinträchtigen können. Wenn bei den angebotenen U-Untersuchungen eine Hörminderung festgestellt wird, kann unmittelbar eine geeignete Therapie eingeleitet werden.

Hörtests geben Aufschluss über Hörstörungen

Wie die Fördergemeinschaft Gutes Hören auf ihren Internetseiten mitteilt, kommen in Deutschland von 1000 Kindern zwei bis fünf mit einer Hörstörung auf die Welt. Alle Neugeborenen haben Anspruch auf einen Hörtest zur Früherkennung von Hörstörungen. Dieser wird im Rahmen der sogenannten U1 direkt nach der Geburt angeboten. Dafür stehen grundsätzlich zwei Verfahren zur Verfügung.

Bei der Automatisierten Hirnstammaudiometrie (AABR) wird die Reaktion des Gehirns auf einen abgesendeten Ton mittels Elektroden aufgezeichnet. Falls eine Reaktion messbar ist, sind Mittelohr, Hörschnecke, Hörnerv und unterer Teil der Hörbahn funktionsfähig. Beim zweiten Messverfahren, der Ableitung von Otoakustischen Emissionen (OAE), wird getestet, ob das Innenohr auf Schallreize reagiert. Ein gesundes Ohr registriert diesen Schallreiz und sendet als Antwort einen zweiten Ton zurück. Damit kann jedoch nur geprüft werden, ob Mittelohr und Hörschnecke funktionieren. Der Hörnerv kann im Gegensatz zur AABR nicht getestet werden. Nicht nur bei der U1 wird das Hörvermögen explizit untersucht. Ein weiterer Hörtest wird auch bei der U8 im Alter zwischen dreieinhalb und vier Jahren angeboten sowie bei der U9 im Alter von etwa fünf Jahren.

Frühzeitige Versorgung mit Hörgeräten wichtig

Wenn bei einem Kind eine Innenohrschwerhörigkeit festgestellt wird, sollte eine frühzeitige Hörgeräteversorgung erfolgen. Denn umso günstiger sind dann die Voraussetzungen für eine normale Sprachentwicklung – vorausgesetzt, die Eltern ermutigen ihre Kinder, das Hörgerät den ganzen Tag zu tragen. Selbstverständlich müssen auch regelmäßige Kontrollen erfolgen und ggf. Anpassungen vorgenommen werden, erklärt die Deutsche Gesellschaft für Phoniatrie und Pädaudiologie. Und mindestens genauso wichtig wie die Hörgeräteversorgung sei eine intensive Hör- und Sprach-Frühförderung.

Hier werden die Eltern gezielt im Hinblick auf die Sprachförderung angeleitet und das Kind kontinuierlich betreut. Viele hochgradig schwerhörige Kinder müssten zunächst lernen, auf Geräusche und Sprache zu hören, teilen die Experten mit. Eine solche Reifung könne allerdings nur während der allerersten Lebensjahre erfolgen und später auch nicht mehr nachgeholt werden. Sinnvoll ist hier eine gemeinsame fachübergreifende Betreuung der Kinder z. B. durch Fachärzte, Logopäden und auf Kinder spezialisierte Akustiker (Pädakustiker).

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