Die heilende Kraft der Kügelchen

Globuli werden häufig in sogenannten D-Potenzen verabreicht. Dabei wird 1 Teil Urtinktur mit 9 Teilen Lösungsmittel verdünnt (D1 entspricht also 1:10; eine D6-Potenz wurde 6-mal 1:10 verdünnt). (Foto: Aycatcher / Fotolia)
Globuli werden häufig in sogenannten D-Potenzen verabreicht. Dabei wird 1 Teil Urtinktur mit 9 Teilen Lösungsmittel verdünnt (D1 entspricht also 1:10; eine D6-Potenz wurde 6-mal 1:10 verdünnt). (Foto: Aycatcher / Fotolia)

Die Homöopathie erfährt in der Bevölkerung immer mehr Zuspruch.

(dbp/wgt) Sechs von zehn Deutschen haben bei gesundheitlichen Beschwerden schon einmal zu homöopathischen Arzneimitteln gegriffen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach aus dem Jahr 2014, die der Bundesverband der Arzneimittelhersteller in Auftrag gegeben hat. Damit ist die Zahl der Nutzer allein gegenüber 2009 um sieben Prozent gestiegen. Im Jahr 1970 lag der Anteil in der alten Bundesrepublik noch bei lediglich 24 Prozent.

Während sich die Homöopathie in der Bevölkerung mithin stetig steigender Beliebtheit erfreut, streiten sich Befürworter und Gegner noch immer über die Wirksamkeit der Heilmethode. Selbst der Verband klassischer Homöopathen Deutschlands (VKHD) stellt fest: „Im Sinne der heutigen, materialistisch ausgerichteten Naturwissenschaft kann die Frage nach der Wirkung der Homöopathie nach wie vor noch nicht erklärt werden.“

Ungeachtet dessen geben in der Allensbach-Studie neun von zehn Befragten an, dass ihnen die homöopathischen Präparate schon einmal geholfen haben. 48 Prozent sprechen sogar von uneingeschränkt positiven Heilerfahrungen. Die homöopathischen Kügelchen (Globuli), Tropfen und Tabletten beweisen ihre Wirksamkeit demnach am häufigsten bei Erkältungen und grippalen Effekte, helfen aber auch bei Insektenstichen, Kopfschmerzen, Verdauungs- und Magenbeschwerden, Schlaflosigkeit oder Allergien wie etwa Heuschnupfen.

Die Grundprinzipien der Homöopathie

Im Mittelpunkt des ganzheitlichen Ansatzes der Homöopathie steht die Aktivierung der Selbstheilungskräfte des Menschen. Getreu der Lehre ihres Begründers Samuel Hahnemann (1755 – 1843) lässt sich die homöopathische Behandlung dabei vom Ähnlichkeitsprinzip leiten, wonach eine Krankheit stets mit der Arznei therapiert werden sollte, die bei einem Gesunden ähnliche Symptome hervorruft wie die behandelte Krankheit.

Nicht weniger wichtig ist das Prinzip der sukzessiven Verdünnung der verwendeten Grundsubstanzen, das auch als Potenzierung bezeichnet wird. Dem liegt die Annahme zugrunde, dass die verwendeten Substanzen ihre Wirkung umso besser entfalten, je stärker sie verdünnt werden. Gerade das jedoch veranlasst Kritiker der Heilmethode zu der Feststellung, dass die Homöopathie allenfalls Placebo-Effekte erziele.

Große Vielfalt an Ausgangsstoffen

Gewonnen werden die Ausgangsstoffe der homöopathischen Arzneien primär aus Pflanzen, Pilzen, Mineralien und Metallen, aber auch aus Tieren, Krankheitserregern und Giften. Aufgrund der extremen Verdünnung sind Nebenwirkungen bei korrekter Anwendung der Präparate laut VKHD ausgeschlossen. Gerade das trägt wohl auch zur wachsenden Akzeptanz der Homöopathika bei, wie die Ergebnisse der Allensbach-Studie zeigen. So bescheinigen drei von vier Befragten, die homöopathische Mittel verwenden, dass sie nebenwirkungsarm sind, knapp zwei Drittel der Nutzer attestieren den Präparaten eine besonders gute Verträglichkeit. 58 Prozent bezeichnen sie als gut geeignet für Kinder.