Die häufigsten Sportverletzungen

Knieverletzungen kommen bei Hobbysportlern im Vergleich zur Gesamtanzahl der Verletzungen relativ selten vor – dafür sind sie umso schwerwiegender. (Foto: Fotolia / Dirima)
Knieverletzungen kommen bei Hobbysportlern im Vergleich zur Gesamtanzahl der Verletzungen relativ selten vor – dafür sind sie umso schwerwiegender. (Foto: Fotolia / Dirima)

Jedes Jahr verletzen sich in Deutschland bis zu zwei Millionen Menschen beim Sport.

(dbp/fru) Jeder Amateur- und Freizeitsportler kennt das: Ein Schlag, ein Zug, ein Riss oder sogar ein Bruch. Verletzungen haben jeden Hobbysportler in der einen oder anderen Form schon einmal heimgesucht. Und die meisten hält das nicht davon ab, wieder Fußball, Basketball, Tennis zu spielen oder wieder aufs Fahrrad zu steigen und in den Wald laufen zu gehen. Das ist auch gut so, denn Sport ist wichtig für Körper und Seele.

Bis zu zwei Millionen Menschen verletzen sich hierzulande jährlich beim Sport. Zu dieser Schätzung werden jedoch auch kleinere Schürfwunden gezählt. „Etwa fünf Prozent der Breitensportler verletzen sich pro Jahr so schwer, dass sie einen Arzt aufsuchen müssen. Ein bis drei Prozent müssen operiert werden“, sagt Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule in Köln.

Bei Zerrungen hilft Eis

Tritte, Schläge oder Stürze verursachen häufig Prellungen. Sie treten sehr oft bei Ballsportarten auf. Das Schienbein ist dabei besonders gefährdet. Eine Prellung muss meistens nicht behandelt werden. Auch bei Stauchungen kann man nicht viel machen, außer schonen und nochmals schonen. Muskelzerrungen am Oberschenkel entstehen ebenfalls bei Ballsportarten und beim Joggen. Der Muskel wird häufig überdehnt und zieht sich schnell und stark zusammen. Dabei kommt es zu krampfartigen Schmerzen. Häufigste Ursache ist mangelndes Aufwärmen. Auch Muskelübermüdung kann zu einer Zerrung führen, die dann mit einem Druckverband behandelt werden sollte. Wer zusätzlich kühlt und die betroffene Stelle entlastet, trägt zu einer noch schnelleren Heilung bei.

Risse und Brüche müssen nicht immer operiert werden

Durch Umknicken können die Bänder am Sprunggelenk reißen. Vor allem Volleyballer, Basketballer aber auch Turner, Werfer und Tennisspieler sind gefährdet. Ein Auftreten ist dann fast unmöglich. Das Gelenk sollte geschient oder getaped werden. Kühlen, Hochlegen, abschwellende Salben und Elektrotherapie helfen ebenfalls.

Muskelfaser- oder Muskelbündelrisse können bei einer Überdehnung der Muskeln entstehen. Ursachen sind häufig plötzliches Beschleunigen oder Tritte. Fast alle Sportler sind gefährdet. Druckverbände, Kühlen und eventuell Krankengymnastik helfen. Operiert wird bei Muskelrissen in der Regel nur dann, wenn der Riss länger ist als zwei Drittel des Querschnitts oder ein großes Hämatom entstanden ist. Auch bei einem Riss der Achillessehne muss nicht immer operiert werden. Hier kommt es auf den Einzelfall an – genauso, wie beim Ermüdungsbruch am Mittelfuß. Meistens kann hier durch Entlasten, Salbenverbände oder Elektrotherapie eine gute Heilung erreicht werden.

Knieverletzungen gehören zu den schwersten Verletzungen

Wer einen Kreuzbandriss erleidet muss ziemlich lange auf Sport verzichten. Häufige Ursachen sind plötzliches Abstoppen oder eine Richtungsänderung, wenn sich das Knie bei feststehendem Unterschenkel verdreht. Ist das vordere Kreuzband betroffen, muss immer operiert werden. Der Chirurg wird das Kreuzband dann ersetzen. Als Transplantat kommt z. B. ein spezielles Stück der Patellasehne infrage.

Auch der Meniskusriss kommt relativ häufig vor. Der Meniskus ist ein Knorpel, der wie ein Stoßdämpfer im Kniegelenk wirkt. Er kann bei plötzlichen Drehbewegungen mit abruptem Stoppen reißen. Auch hier muss nicht zwangsläufig operiert werden.

Die meisten Unfälle beim Hobby-Sport seien vermeidbar, sagt Froböse: „Vorbereitung ist das A und O“. Viele schätzten zudem sich und ihre Leistungsfähigkeit falsch ein. „Fühl dich nach dem Sport subjektiv unterfordert. Dann ist es genau richtig“, empfiehlt der Experte.

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Quellenangaben:
Ingo Frböse, Sporthochschule Köln: http://www.ingo-froboese.de/blog/die-10-haufigsten-sportverletzungen-und-ihre-therapie/ abgerufen im März 2016