Die Guten ins Töpfchen: Spermien auf dem Prüfstand

Ungewollte Kinderlosigkeit kann immer besser behandelt werden. (Foto: Bilderbox)
Ungewollte Kinderlosigkeit kann immer besser behandelt werden. (Foto: Bilderbox)

(dbp/auh) Die Erfolgsrate bei der künstlichen Befruchtung liegt aktuell bei etwa 15 bis 20 Prozent.

Das Centrum für Reproduktionsmedizin und Andrologie an der Uni Münster will mit seinem Projekt „SpermIdent“ diese Quote deutlich erhöhen.

Die Forscher haben ein Verfahren entwickelt, mit dem sie Spermien mit intaktem Erbgut von beschädigten Exemplaren unterscheiden können. Die Hälfte aller „missglückten“ Befruchtungsversuche ist auf schlechte Spermienqualität zurückzuführen. Wenn nur noch molekulargenetisch einwandfreie Spermien zum Einsatz kämen, würde das die Erfolgschancen deutlich erhöhen. Projektleiter Professor Stefan Schlatt: „Molekulare Untersuchungen zeigen nämlich, dass eine intakte DNS von Spermien von grundlegender Bedeutung ist, unter anderem für die Embryoqualität, seine Implantation und das Risiko einer Fehlgeburt sowie Erkrankungen im Kindesalter.“

Das Projekt „SpermIdent“ soll bis April 2016 laufen und wird mit rund 362.000 Euro vom Bundesforschungsministerium unterstützt. Ziel ist es, ein neues Instrument zu entwickeln, das durch Kombination und Anpassung bereits existierender Geräte wie dem Raman-Spektrometer, mathematischer Algorithmen, mikrofluidischer Technik und optischer Verfahren eine Auswahl unbeschädigter Spermien ermöglicht.