Die Grippe-Welle kommt bestimmt

Gesunde, junge Menschen verkraften die „echte“ Grippe besser als Senioren und chronisch Kranke. (Foto: drubig-photo / Fotolia)
Gesunde, junge Menschen verkraften die „echte“ Grippe besser als Senioren und chronisch Kranke. (Foto: drubig-photo / Fotolia)

Experten vermuten für die kommende Saison eine starke Influenza-Welle

(dbp/auh) Wie stark die Grippe-Welle in der kommenden Saison sein wird, kann niemand mit Sicherheit voraussagen. Weil aber die vergangene Saison ausgesprochen mild verlief, vermuten Experten für diesen Winter einen deutlichen Anstieg der Krankheitsfälle.

Die Zahl der zusätzlichen, grippebedingten Arztbesuche war mit 780.000 während der Influenza-Welle 2013/2014 „historisch gering“ und betrug nur ein Zehntel des Wertes der vorherigen Saison. Das erklärten die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) und das Robert-Koch-Institut (RKI) Ende September. Weil es diese „Stärkeschwankungen im Zwei-Jahres-Rhythmus“ auch früher schon gab, mahnen die verantwortlichen Experten der drei Institute zur Vorsicht für die kommende Saison.

„Um das individuelle Erkrankungsrisiko zu senken, sollten alle Schutzmöglichkeiten gegen Grippe genutzt werden“, sagte RKI-Präsident Reinhard Burger. Eine dieser Möglichkeiten ist die Grippeschutzimpfung. Sie wird aber nur bestimmten Risikogruppe empfohlen und entsprechend bezahlt die gesetzliche Krankenkasse in der Regel auch nur für diesen Personenkreis die Impfung.

Die STIKO-Empfehlung

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung:

• Menschen, die älter als 60 Jahre sind,

• Bewohnern von Alten- und Pflegeheimen,

• werdenden Müttern, die während der Influenzasaison schwanger sind,

• Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, die eine chronische Krankheit haben und daher von einer zusätzlichen Influenza-Infektion extrem geschwächt würden. Folgende Erkrankungen nennt das RKI als Beispiele: chronische Krankheiten der Atmungsorgane, Herz- oder Kreislaufkrankheiten, Leber- oder Nierenkrankheiten, Diabetes oder andere Stoffwechselkrankheiten, chronische neurologische Grundkrankheiten sowie angeborene oder erworbene Immunschwächekrankheiten.

Außerdem sollten sich alle Menschen impfen lassen, die ein erhöhtes Risiko haben, sich selbst oder andere Menschen aus Risikogruppen anzustecken. Dazu zählen nicht nur medizinisches Personal und Menschen in Pflegeberufen, sondern beispielsweise auch Lehrer und Zugschaffner.

Geflügelzüchter sollten sich auch impfen lassen

Eine Impfung wird darüber hinaus auch Personen mit direktem Kontakt zu Geflügel und Wildvögeln empfohlen, damit sich die Erreger der „Vogelgrippe“ nicht mit den Viren mischen können, die im Menschen zirkulieren.

Pneumokokken-Impfschutz nicht vergessen

Wer zu den über 60-Jährigen oder zu den chronisch Kranken gehört, der sollte auf jeden Fall auch seinen Impfschutz gegen Pneumokokken überprüfen lassen: Pneumokokken sind Bakterien, die Lungenentzündungen verursachen.

Der beste Zeitpunkt für die Influenza-Impfung liegt in den Monaten Oktober und November. Nach Angaben der BZgA dauert es etwa zehn Tage bis zwei Wochen, bis der Körper einen ausreichenden Schutz vor Ansteckung aufgebaut hat. Die Impfung bringt zwar keinen 100-prozentigen Grippeschutz, sie verringert aber auf jeden Fall das Risiko, schwer zu erkranken.

Wer sich nicht impfen lassen möchte oder zusätzlich etwas für seinen Infektionsschutz tun will, der sollte penibel auf Hygiene achten. Regelmäßiges, gründliches Händewaschen ist ein effektives Mittel zum Schutz vor Krankheitserregern.