Die ersten Monate sind entscheidend

Eine anhaltende morgendliche Steifheit der Gelenke sollte unbedingt von einem Arzt abgeklärt werden, weil es ein erster Hinweis auf eine rheumatoide Arthritis sein könnte. (Foto: Fotolia / sebra)
Eine anhaltende morgendliche Steifheit der Gelenke sollte unbedingt von einem Arzt abgeklärt werden, weil es ein erster Hinweis auf eine rheumatoide Arthritis sein könnte. (Foto: Fotolia / sebra)

Verlauf der rheumatoiden Arthritis variiert von Patient zu Patient

Die rheumatoide Arthritis ist eine entzündliche Gelenkerkrankung von der in Deutschland bis zu 800.000 Menschen betroffen sind, wird auf den Internetseiten des Berufsverbandes der Deutschen Internisten www.internisten-im-netz.de geschätzt. Die Erkrankung könne zwar in jedem Lebensalter auftreten, Männer würden jedoch eher zwischen dem 65. und 75. Lebensjahr erkranken, Frauen meist zwischen dem 55. und 64. Lebensjahr. Und sogar bei Kindern kann die Erkrankung auftreten (juvenile idiopathische Arthritis).

Oft sind beide Körperhälften betroffen

Kennzeichen einer rheumatoiden Arthritis sind länger als sechs Wochen anhaltende Entzündungen in mehreren Gelenken, oft an beiden Körperhälften gleichzeitig. Die Auslöser für diese anhaltenden Entzündungsschübe sind noch nicht abschließend geklärt, weshalb unter anderem auch noch keine Heilung möglich ist. Klar ist auf jeden Fall, dass Rauchen den Krankheitsverlauf verschlechtert und offenbar auch die Entstehung der Entzündungen begünstigt.

Die Gelenkzerstörung schreitet erfahrungsgemäß in den Anfängen am stärksten voran, weshalb Symptome wie Entzündungen an den Grundgelenken der Finger und Zehen, Schwellungen oder eine morgendliche Steifheit der Gelenke unbedingt von einem Arzt abgeklärt werden müssen. In der Regel überweist der Hausarzt Betroffene an einen Rheumatologen, da in den ersten sechs Monaten mit der richtigen Behandlung die Weichen für einen insgesamt milderen Verlauf gestellt werden können.

Eine zuverlässige Diagnose kann nach einer sorgfältigen Erhebung der Krankengeschichte und der Symptome (Anamnese) mit verschiedenen bildgebenden Verfahren gestellt werden. So zeigen etwa Ultraschallaufnahmen bei der Gelenksonografie Veränderungen in den Gelenkweichteilen. Noch bessere Bilder liefert die Magnetresonanztomografie (MRT). Darüber hinaus können bestimmte Entzündungsmarker und Antikörperanteile im Blut Hinweise auf eine mögliche Erkrankung geben.

Unterschiedliche Verläufe der Gelenkzerstörung

Wird eine bestehende Krankheit nicht behandelt, sorgt das langfristig für deformierte Gelenke, Fehlstellungen und vor allem eine eingeschränkte Beweglichkeit. Patienten mit einer weit fortgeschrittenen rheumatoiden Arthritis an der Hand können sich teilweise kaum noch die Schnürsenkel zubinden. Allerdings ist der Verlauf von Patient zu Patient unterschiedlich: Manche werden ständig mit neuen Entzündungsschüben an immer neuen Gelenken belastet. Bei anderen wiederum steht die Krankheit jahrelang annähernd still und sorgt kaum für Beeinträchtigungen.

Experten raten nach dem Ausbruch frühestmöglich zur Einnahme von bestimmten Medikamenten. Hier werden grundsätzlich zwei Gruppen unterschieden: einerseits solche, die die Schmerzen und Beschwerden lindern, andererseits solche, die sich langfristig auf den Krankheitsverlauf auswirken. Welche Medikamente in welcher Dosierung wirklich helfen, ist von Patient zu Patient verschieden und muss individuell herausgefunden und festgelegt werden. Des Weiteren können begleitend zur Medikamenteneinnahme auch Krankengymnastik, Ergotherapie sowie verschiedene sogenannte physikalische Therapiemethoden helfen. Auch chirurgische Verfahren kommen bei bestimmten Krankheitsverläufen im Rahmen der Rheuma-Chirurgie infrage.