Die beliebtesten Verhütungsmethoden

Pille oder Kondom? Eins ist sicher: Kondome schützen nicht nur vor einer ungewollten Schwangerschaft sondern auch vor Geschlechtskrankheiten. (Foto: DoraZett / Fotolia)
Pille oder Kondom? Eins ist sicher: Kondome schützen nicht nur vor einer ungewollten Schwangerschaft sondern auch vor Geschlechtskrankheiten. (Foto: DoraZett / Fotolia)

Sicherheit und Verträglichkeit sind entscheidend.

(dbp/fru) Für die schönste Nebensache der Welt nehmen sich Paare in Deutschland durchschnittlich ein bis zwei Mal in der Woche Zeit. Singles kommen dagegen nicht so häufig zum Zuge. Falls kein Kinderwunsch vorliegt, sollten Mann und Frau sich dabei im Vorfeld Gedanken um die Empfängnisverhütung machen. Regelmäßig übernimmt das eher die Frau. Dafür stehen ihr eine Vielzahl von Möglichkeiten zur Verfügung, die man in verschiedenen Kategorien einordnen kann: hormonelle Verhütungsmethoden, mechanische Verhütungsmethoden (sogenannte Barrieremethoden), natürliche Familienplanung (NFP), operative Verhütungsmethoden oder chemische Verhütungsmittel.

Wie sicher die jeweiligen Methoden sind, verrät der sogenannte Pearl-Index. Dieser ist nach dem amerikanischen Biologen Raymond Pearl benannt und gibt an, wie viele sexuell aktive Frauen innerhalb eines Jahres schwanger werden, wenn sie die entsprechende Verhütungsmethode anwenden. Das heißt: Je niedriger der Pearl-Index einer Methode, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden. Sehr gute Verhütungsmittel haben einen Pearl-Index von teilweise deutlich unter eins.

Pille ist beliebteste Verhütungsmethode

Deutsche Frauen greifen bei der Verhütung am häufigsten zur Anti-Baby-Pille. Diese gibt es in verschiedenen Ausführungen. Fast allen gemein ist, dass sie die beiden weiblichen Hormone Östrogen und Gestagen enthalten. Neuere Sorten kommen auch mit niedrigeren Hormondosierungen und angenehmeren Einnahmeschemas bei sehr guter Wirksamkeit aus. Die in der Pille enthaltenen Hormone hemmen die Eizellenreifung und damit den Eisprung. Darüber hinaus verändern sie den Schleim im Gebärmutterhalskanal und auch der Aufbau der Gebärmutterschleimhaut selbst wird dadurch gestört, was ein befruchtetes Ei daran hindert, sich einzunisten.

Dennoch bleibt die Pille ein Medikament. Auch wenn sie in den letzten Jahren immer verträglicher wurde, es können auch Nebenwirkungen auftreten. Dazu gehören zum Beispiel Übelkeit, Gewichtszunahme, sexuelle Lustlosigkeit oder das Auftreten von Stimmungsschwankungen.

Kondome bieten Zusatzschutz

Kondome landen auf Platz zwei der beliebtesten Verhütungsmittel. Sie bieten bei richtiger Anwendung ebenfalls eine hohe Sicherheit und schützen nicht nur vor einer ungewollten Schwangerschaft, sondern auch vor sexuell übertragbaren Krankheiten (STD) wie zum Beispiel Aids, Syphilis oder Hepatitis B. Darüber hinaus sind sie sehr leicht anzuwenden und nehmen auch die Männer in die Verantwortung.

Wenn das Kondom beim Geschlechtsverkehr abrutscht oder reißt, ist die Wirksamkeit der Verhütung ebenfalls eingeschränkt. Um auf Nummer sicher zu gehen, gibt es für die Frau „die Pille danach“. Sie enthält je nach Ausführung ebenfalls Hormone, die den Eisprung hemmen oder verzögern. Die Tablette sollte am besten innerhalb von 24 Stunden eingenommen werden. Falls der Eisprung bereits stattgefunden hat, ist die Pille danach jedoch wirkungslos.

Übrigens: Operative Verhütungsmethoden wie die Sterilisation von Mann oder Frau sind nur bei abgeschlossener Familienplanung zu empfehlen. Weitere ausführliche Informationen erhalten Sie in der Broschüre „Sichergehn – Verhütung für sie und ihn“, die als kostenloser Download auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zu finden ist.