Dickdarmkrebs-Risiko steigt bei erhöhtem Blutzuckerspiegel

Starkes Übergewicht mit hohem Taillenumfang ist ein Risikofaktor für Dickdarmkrebs. (Foto: Fotolia / PeJo)
Starkes Übergewicht mit hohem Taillenumfang ist ein Risikofaktor für Dickdarmkrebs. (Foto: Fotolia / PeJo)

(dbp/fru) Dass starkes Übergewicht ein Risikofaktor für Dickdarmkrebs darstellt, ist seit etwa 10 Jahren bekannt.

Die Ursachen für diese Risikobeziehung sind jedoch noch wenig erforscht. Nun haben Forscher des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) erstmals Hinweise darauf gefunden, dass nicht nur eine kontinuierliche Gewichts- und Körperfettzunahme im Bauchraum eine Rolle für diese Beziehung spielen, sondern auch eine Störung des Zuckerstoffwechsels.

Taillenumfang und Langzeitblutzucker entscheidend

Das Wissenschaftlerteam um Heiner Boeing und Krasimira Aleksandrova vom DIfE untersuchte den Zusammenhang zwischen der Körpergewichtszunahme im Erwachsenenalter, dem Darmkrebsrisiko und 20 verschiedenen Biomarkern. Dabei kam heraus, dass Erwachsene, die ab dem 20. Lebensjahr jährlich mehr als 300 Gramm Körpergewicht zulegen, im Vergleich zu Personen, die unter diesem Wert bleiben, ein um 54 Prozent erhöhtes Risiko haben, an Dickdarmkrebs zu erkranken. Diese Risikoerhöhung beobachteten die Forscher auch, wenn Menschen mittleren Alters über einen Zeitraum von 30 Jahren mehr als 9 Kilogramm Gewicht zunahmen.

Kontrollpersonen derselben Altersgruppe, deren Körpergewicht langfristig stabil war, hatten kein erhöhtes Darmkrebsrisiko. Die Forscher beobachteten zudem, dass für die Risikobeziehung zwischen Gewichtszunahme und Dickdarmkrebs eine Zunahme des Taillenumfangs sowie ein hoher HbA1c-Wert (Maß für den Langzeitblutzucker) eine Rolle spielen. „Wir nehmen daher an, dass der beobachtete Zusammenhang zwischen einer Gewichtszunahme und Dickdarmkrebs mit physiologischen Veränderungen einhergeht, die zumindest teilweise auf eine Zunahme des Bauchfetts und eine Störung des Zuckerstoffwechsels zurückzuführen sind“, sagt Aleksandrova. Für Enddarmkrebs stellten die Wissenschaftler in ihrer Studie übrigens keine deutliche Risikoerhöhung fest.

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