Diabetes und Bluthochdruck gefährden die Nieren

Ein erhöhter Albuminwert im Urin weist auf eine Nierenschwäche hin. (Foto: Rob Byron / Fotolia)
Ein erhöhter Albuminwert im Urin weist auf eine Nierenschwäche hin. (Foto: Rob Byron / Fotolia)

Patienten mit Gefäßerkrankungen sollten einmal jährlich zum Nieren-Check

(dbp/auh) Die alternde Niere ist das Thema des Weltnierentags am 13. März 2014. Der natürliche Alterungsprozess führt zwar ganz automatisch auch zu einer abnehmenden Nierenfunktion, aber es gibt zahlreiche Faktoren, die diese Entwicklung beschleunigen können. Wer sie kennt, kann gegensteuern und das Risiko für eine chronische Nierenerkrankung in der zweiten Lebenshälfte vermindern.

Früher litten die meisten Patienten mit Nierenversagen an bestimmten, eher seltenen Grunderkrankungen. Heute hingegen, so der Nephrologe Professor Gerhard Lonnemann vom Verband Deutsche Nierenzentren in einem Aufsatz aus dem Jahr 2011, haben 58 Prozent aller neu ins Dialyseprogramm kommenden Patienten einen Diabetes mellitus, eine allgemeine Gefäßverkalkung (Gefäßsklerose) oder beides. Die Gefäßsklerose ist meist die Folge eines langjährigen Bluthochdrucks.

Unter dem Motto „Nierenstark ins Alter – so geht’s“ erläutert die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) die wichtigsten Risikofaktoren und wie man sie minimieren kann:

Risikofaktor Diabetes

Diabetes schädigt auf Dauer alle Blutgefäße: Die großen Blutgefäße verkalken und damit erhöht sich das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall. Schäden an den kleinen Blutgefäßen können vor allem den Augen, den Nerven und der Niere gefährlich werden. Je länger der Diabetes besteht und je schlechter der Blutzucker eingestellt ist, umso höher wird das Risiko einer Nierenbeteiligung. Die Spätschäden des Diabetes an den Nieren nennt man „diabetische Nephropathie“.

Diese Krankheit, die Typ-1- und Typ-2-Diabetiker gleichermaßen betrifft, macht sehr lange keine Beschwerden. Die Mangeldurchblutung des Nierengewebes führt schleichend dazu, dass das Organ seine Aufgaben nur noch unzureichend bewältigen kann. Mit einem Test, bei dem ein bestimmtes Eiweiß (Albumin) im Urin ermittelt wird, kann man aber schon im Anfangsstadium feststellen, ob die Nieren in Gefahr sind. Diabetiker sollten diesen Albumin-Test einmal jährlich machen lassen.

Risikofaktor Bluthochdruck

Menschen mit Bluthochdruck sind ebenfalls gefährdet, eine Nierenschwäche zu entwickeln, daher wird auch Hypertonikern zur jährlichen Kontrolle ihrer Nierenfunktion geraten. Manchmal ist auch die Nierenerkrankung zuerst da und in der Folge steigt der Blutdruck in krankhafte Höhe. In jedem Fall spielen die Nieren beim Bluthochdruck eine Rolle.

Die Nieren-Experten betonen, dass Bluthochdruckpatienten auf die optimale Blutdruckeinstellung (Zielwert: 140 zu 90 mmHg) achten müssen. Und: „Lassen sie ihre Medikamente weg, schädigt das die Nieren.“ Bluthochdruck wird laut DGfN häufig durch Übergewicht, Bewegungsmangel und Stress ausgelöst. Wer diesen Dreien aus dem Weg geht, schützt letztlich auch seine Nieren.

Risikofaktor Rauchen

Rauchen schädigt bekanntlich den ganzen Körper, in erster Linie aber die Gefäße. Da zahlreiche Kleinstgefäße in den Nieren die lebensnotwendige Filterfunktion des Organs sicherstellen, gilt das Rauchen als „Nierengift“.

Zusammenfassend rät die DGfN allen Patienten, bei denen die Nierenfunktion bereits eingeschränkt ist, die genannten Risikofaktoren unbedingt zu vermeiden. Wer gesund ist, kann durch aktive Prävention dazu beitragen, seine Nierenfunktion auch im Alter zu erhalten: Viel Bewegung, gefäßgesunde Ernährung, wenig Stress und der Abbau von Übergewicht sind nach aktuellem Kenntnisstand zur Vorbeugung geeignet.