Der Winter kann zur Gefahr werden

Herzpatienten sollten in der Kälte mit größeren Anstrengungen (wie z. B. Schneeschaufeln) vorsichtig sein - insbesondere bei zu hohem Blutdruck. (Foto: Astrid Gast / Fotolia)
Herzpatienten sollten in der Kälte mit größeren Anstrengungen (wie z. B. Schneeschaufeln) vorsichtig sein - insbesondere bei zu hohem Blutdruck. (Foto: Astrid Gast / Fotolia)

Auf was Herzpatienten in den kalten Monaten achten sollten.

(dbp/fru) Eigentlich ein schönes Bild: Minusgrade und eine malerische Schneelandschaft. Nur noch schnell den Schnee vom Bürgersteig schippen und dann den Kamin anfeuern. Was sich ziemlich romantisch anhört, kann für Herzpatienten schwerwiegende Folgen haben. Denn Kälte führt zur Verengung von Blutgefäßen, insbesondere bei Herzkranzgefäßen, die infolge einer Arteriosklerose geschädigt sind.

„Menschen mit koronarer Herzkrankheit sollten deshalb vor allem bei körperlicher Arbeit in der Kälte, wie z. B. beim Schneeschippen, besonders vorsichtig sein, da Angina pectoris, Herzrhythmusstörungen und sogar ein Herzinfarkt auftreten können“, warnt Prof. Wolfram Delius auf den Internetseiten des Berufsverbands Deutscher Internisten (BDI).

Gar nicht bewegen ist auch keine Lösung

Für die Bewegungsmuffel unter den Herzpatienten soll diese Empfehlung jedoch keine Aufforderung zum Nichtstun sein. Sie soll eher so verstanden werden, dass man es mit der körperlichen Belastung nicht übertreiben soll. Aber Bewegung an sich ist für Herzpatienten unverzichtbar. Es wird empfohlen, sich mindestens drei Mal pro Woche für 20-30 Minuten zu bewegen. Dafür kommen Aktivitäten wie  z. B. einen Spaziergang machen, Schwimmen, Fahrrad fahren, leichtes Joggen oder Walken infrage. „Die Faustregel für eine optimale Belastung lautet dabei: So schnell bewegen, dass der Puls ansteigt, aber nicht so schnell, dass Herzschmerzen (Angina pectoris) oder Kurzatmigkeit auftreten“, rät Prof. Delius.

Auch die Deutsche Herzstiftung warnt davor, dass Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Winter besonders häufig auftreten oder sich besonders häufig verschlechtern. Statistiken zeigten, dass man bei folgenden insbesondere das Herz betreffende Erkrankungen besonders achtsam durch die Wintermonate gehen sollte: bei koronarer Herzkrankheit (KHK), nach einem Herzinfarkt, bei Angina pectoris-Beschwerden, Bluthochdruck, Herzschwäche, Vorhofflimmern und tiefen Beinvenen-Thrombosen. Zudem gäbe es Hinweise darauf, dass Schlaganfälle, Lungenembolien und bestimmte Herzrhythmusstörungen in der kalten Jahreszeit häufiger als sonst auftreten.

Tipps für den Winteralltag von Herzpatienten

Die Herzstiftung empfiehlt Herzpatienten, im Winter ihren Blutdruck und den Puls regelmäßig zu kontrollieren und bei höheren Werten Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Sehr wichtig ist demnach die richtige Einstellung der Wohnungstemperatur. Neben einer ausreichend geheizten Wohnung sollte man auch wärmere Kleidung tragen. Wenn man zum Sport an die kalte Luft geht, rät die Herzstiftung, das Aufwärmprogramm in den eigenen vier Wänden zu absolvieren (z. B. mit entsprechender Gymnastik) und bei Beschwerden während des Sports (z. B. Atemnot) sofort in die Wärme der Wohnung zurückzukehren.

Auch die Nahrungsaufnahme spielt bei vielen Bluthochdruckpatienten eine Rolle. Eine salzarme Ernährung führt oft zu geringeren Blutdruckwerten. Insbesondere in Fertignahrungsmitteln und industriell gefertigtem Brot finden sich jedoch immer wieder erhöhte Salzmengen, weshalb sich der permanente Verzehr solcher Lebensmittel negativ auf den Blutdruck auswirken kann. Schließlich kann auch eine Dosis-Anpassung der Blutdruck-Medikamente helfen, den Blutdruck auf die gewünschten Werte zu bringen. Ansonsten ist natürlich auch die Hygiene wichtig. Als Herzpatient sollte man sich regelmäßig und gründlich die Hände waschen, um Infektionen zu vermeiden, denn diese stellen eine hohe Zusatzbelastung für das Herz-Kreislauf-System dar.