Der rückenfreundliche Arbeitsplatz

Ein höhenverstellbarer Tisch kann dazu beitragen, öfters die Arbeitsposition zu wechseln und statisches Sitzen zu vermeiden. (Foto: Fotolia / contrastwerkstatt)
Ein höhenverstellbarer Tisch kann dazu beitragen, öfters die Arbeitsposition zu wechseln und statisches Sitzen zu vermeiden. (Foto: Fotolia / contrastwerkstatt)

So schützt man sich im Büro vor Rückenschmerzen.

(iwg/auh/fru) Ein Bürojob bedeutet in der Regel für Menschen, die meiste Zeit des Tages sitzend zu verbringen – um etwas genauer zu sein: durchschnittlich sitzen Büromitarbeiter etwa 80.000 Stunden in ihrem Berufsleben. Das erhöht bei vielen das Risiko für Rücken- und Nackenschmerzen. Es gibt jedoch viele Möglichkeiten, der Sitzfalle zu entkommen. Die Aktion Gesunder Rücken (AGR) setzt z. B. auf das Konzept „Bewegtes Sitzen“, bei dem man seinen Arbeitsalltag auch als „Bürohengst“ dynamisch gestalten kann. Ein Wechsel zwischen Sitzen, Stehen und Gehen aber auch ein aktives, bewegtes Sitzen sowie wechselnde Sitzpositionen können Abwechslung in den Arbeitsalltag bringen und das Risiko für Rückenprobleme senken.

Ergonomisches Mobiliar

Die AGR zeichnet rückenfreundliche Alltagsgegenstände mit ihrem Gütesiegel aus. So bringen Büromöbel, die das AGR-Siegel tragen, Bewegung in den Arbeitsalltag. Solche Aktivsitzmöbel verfügen über zahlreiche individuelle Anpassungsmöglichkeiten, z. B. von der Sitzfläche über die Rückenlehne bis hin zum Anlehndruck. Sie haben zudem eine Sitztiefenfederung oder eine Beckenkammstütze.

Da der Arbeitsplatz im Büro nicht nur aus einem Stuhl besteht, sondern i.d.R. auch ein Tisch und ein PC dazugehören, sollten diese ebenfalls rückenfreundlich sein. So gibt es ergonomische PC-Eingabegeräte, die verhindern, dass Computerarbeit zu Verspannungen der Schultermuskulatur und schmerzenden Handgelenken führt. Nackenschmerzen können vermieden werden, wenn der Bildschirm richtig platziert wird, sodass man den Kopf nicht permanent in starrer Haltung nach einer Seite verdrehen oder nach hinten neigen muss. Und auch der Tisch kann durch eine Höhenverstellbarkeit, dazu beitragen, die Arbeitsposition öfters zu wechseln und dadurch statisches Sitzen zu vermeiden.

Anregung zu mehr Bewegung

Entscheidend ist neben der richtigen Sitzposition und einem ergonomischen Mobiliar aber auch mehr Bewegung im Büroalltag. So sollte der Drucker z. B. nicht in unmittelbarer Schreibtischumgebung platziert werden, telefonieren kann auch mal im Stehen erfolgen, anstelle des Fahrstuhls kann auch die Treppe genommen werden oder einfach das persönliche Gespräch mit dem Kollegen suchen, anstatt eine E-Mail zu schreiben. Und wenn die Kantine nicht zu weit weg ist, zu Fuß hinlaufen, anstatt mit dem Auto zu fahren.

Übrigens: Auch Bürostress verursacht Rücken- und Nackenschmerzen. Deshalb ist es sinnvoll, öfters am Tag kleine Pausen einzulegen und sich mit bewussten Atemübungen, Bewegung oder entspannender Musik eine Auszeit zu gönnen. Manche schwören auf einen kurzen Tagschlaf in der Mittagspause (Powernapping), um dem Arbeitsstress zu entkommen. Für andere kann auch ein „Tapetenwechsel“ den Stresspegel senken, z. B. wenn sie an die frische Luft gehen. Danach ist man i.d.R. wieder leistungsfähiger und erspart sich und dem Arbeitgeber mögliche Fehlzeiten und längere Ausfälle. Denn Rückenschmerzen sind in Deutschland die häufigste Ursache für Krankmeldungen.