Der letzte Wille

Ohne Testament bestimmt das Gesetz im Falle des Todes die Erbfolge und das fällt nicht immer im Sinne des Verstorbenen aus. (Foto: Fotolia / New Africa)
Ohne Testament bestimmt das Gesetz im Falle des Todes die Erbfolge und das fällt nicht immer im Sinne des Verstorbenen aus. (Foto: Fotolia / New Africa)

Testament und Bestattungsverfügung richtig aufsetzen.

(iwg/fru) Viele schieben nur allzu gerne das unangenehme Thema „Tod“ auf die lange Bank. Dabei sind mit Eintritt des Todes viele Dinge klärungsbedürftig. Und ggf. hat man zu diesem Thema auch eigene Vorstellungen und Wünsche. Damit diese berücksichtigt werden, sollte insbesondere der Nachlass anhand eines Testamentes geregelt werden. Aber auch alle Angelegenheiten rund um die eigene Bestattung können anhand einer Bestattungsverfügung schon zu Lebzeiten geplant werden.

Kein „Testament von der Stange“

Laut Verbraucherzentrale hat noch nicht einmal jeder fünfte Deutsche sein Testament verfasst. Bei diesen Menschen bestimmt im Falle des Todes das Gesetz die Erbfolge, und die entspricht nicht immer den Wünschen und Vorstellungen des Verstorbenen. „Damit es dazu nicht kommt, sollte man sich früh genug mit dem eigenen Nachlass befassen“, rät die Verbraucherzentrale. Das „Handbuch Testament“ der Verbraucherzentrale beantwortet hierzu alle wichtigen Fragen: Sollte ich mit meinem Ehepartner ein gemeinschaftliches Testament aufsetzen? Möchte ich auch andere Verfügungen wie Vermächtnisse, Auflagen, Enterbungen oder Teilungsanordnungen treffen? Der Ratgeber bietet Erläuterungen und praktische Tipps, ergänzt um Vorlagen, Formulierungsbeispiele, Checklisten und Mustertestamente. Es gibt jedoch kein Testament „von der Stange“, gibt die Verbraucherzentrale zu bedenken.

Wissenswertes zum Thema „Erbrechtliche Vorsorge“ gibt es auch auf dem Portal www.erbrecht.de von der Deutschen Vereinigung für Erbrecht und Vermögensnachfolge (DVEV). So wird dort erklärt, dass ein Testament als eigenhändiges Testament ohne Einschaltung eines Notars oder einer anderen öffentlichen Stelle errichtet werden kann. Dieses kann auch grundsätzlich an jedem beliebigen Ort aufbewahrt und im Nachhinein vom Verfasser auch noch geändert sowie ganz oder teilweise widerrufen werden. Daneben gebe es laut DVEV das öffentliche oder notarielle Testament, das bei einem Notar errichtet wird. Dieses kann durch mündliche Erklärung zur Niederschrift des Notars oder durch Übergabe einer Schrift an den Notar errichtet werden. Ein solches notarielles Testament wird nach der Beurkundung durch den Notar immer in besondere amtliche Verwahrung gebracht.

Bestattungsverfügung regelt Angelegenheiten der Beisetzung

Neben dem Testament ist die Bestattungsverfügung als Willenserklärung eine sinnvolle ergänzende Maßnahme. Sie kann eigene Wünsche bezüglich der Bestattung festhalten, damit Angehörige im Fall des Todes diesbezüglich entlastet werden. So können dort z. B. die Art der Bestattung (Erd-, Feuer- oder Seebestattung) sowie Umfang und Ablauf der Bestattung festgelegt werden. Wünscht man eine Trauerfeier oder schließt man eine solche bewusst aus? Wer soll als Trauerredner auftreten, welche Grabstelle kommt infrage, welche Musik soll gespielt werden etc.?

Eine Bestattungsverfügung kann grundsätzlich handschriftlich verfasst werden. Dabei müssen Datum und eigenhändige Unterschrift auf dem Dokument ersichtlich sein. Auch eine notarielle Beglaubigung ist sinnvoll, damit die in der Bestattungsverfügung gemachten Angaben nach dem eigenen Tod nicht womöglich angezweifelt werden. Angehörige sollten über die Existenz der Bestattungsverfügung informiert werden. Sowohl beim Aufsetzen eines Testaments als auch beim Verfassen einer Bestattungsverfügung ist es ratsam, auf juristischen Beistand zurückzugreifen.