Der Herztod ist nicht tot genug

Die sichere  Hirntoddiagnose ist eine Voraussetzung für eine Organentnahme. (Foto: DOC RABE Media / Fotolia)
Die sichere Hirntoddiagnose ist eine Voraussetzung für eine Organentnahme. (Foto: DOC RABE Media / Fotolia)

(dbp/auh) Wann ist der Mensch tot? Wenn das Herz nicht mehr schlägt?

Oder wenn sämtliche Gehirnfunktionen komplett und unwiederbringlich erloschen sind? Oder besser: beides? Die Todesdefinition ist etwas anderes als die Feststellung des Todes. Letztere ist Aufgabe des Arztes.

Wenn es um die Todesfeststellung vor einer Organentnahme zum Zweck der Transplantation geht, sind sich die Neurologen in Deutschland einig: Auf keinen Fall sollte das Konzept des „Non-Heart-Beating-Donors“ in Deutschland übernommen werden.

In einer gemeinsamen Stellungnahme äußern sich Verbände von Neurologen, Neurochirurgen und Neuro-Intensivmedizinern eindeutig zugunsten der Hirntoddiagnostik. Der Herzstillstand hingegen sei kein eindeutiges und sicheres Todeszeichen, sondern eher ein mögliches oder ein vermutliches.

In der Stellungnahme, die unter www.dgn.org nachzulesen ist, heißt es: „Korrekt ist, dass sich die klinischen Ausfallsymptome des Gehirns nach einem mindestens zehnminütigen Herz- und Kreislaufstillstand ohne Reanimationsbemühungen zwar nachweisen lassen. Es ist aber keineswegs erwiesen, dass zu diesem Zeitpunkt die Gesamtfunktion des Gehirns unwiederbringlich, das heißt: irreversibel, ausgefallen ist. Gerade dies ist aber die Voraussetzung für die Todesfeststellung mittels Hirntodnachweis.“

Allerdings würden die Autoren es begrüßen, wenn zukünftig mindestens einer der beiden diagnostizierenden Ärzte ein Neurologe oder Neurochirurg mit langjähriger Erfahrung in der Intensivmedizin und Hirntoddiagnostik sein müsste. Zurzeit lautet die Vorschrift lediglich, es müssen zwei in der Intensivmedizin erfahrene Ärzte sein.