Der europäische Ginseng

In der Küche kann Löwenzahn von der Wurzel bis zur Blüte genutzt werden. Die Blätter enthalten viel Vitamin C und können z. B. für Salate verwendet werden. (Foto: Fotolia / Madeleine Steinbach)
In der Küche kann Löwenzahn von der Wurzel bis zur Blüte genutzt werden. Die Blätter enthalten viel Vitamin C und können z. B. für Salate verwendet werden. (Foto: Fotolia / Madeleine Steinbach)

Löwenzahn regt den Stoffwechsel an und hilft bei Verdauungsstörungen.

(iwg/fru) Meistens wird er als Störenfried und Unkraut in deutschen Gärten wahrgenommen – der Löwenzahn. Die genervten Gartenbesitzer wissen jedoch meistens nicht, wie viel Heilkraft in der „Pusteblume“ steckt. Und der Löwenzahn ist nicht nur eine Heilpflanze, die positiven Einfluss auf sämtliche Verdauungsorgane hat. Er kann auch in der Küche verwendet werden, denn er enthält eine Vielzahl an wertvollen Inhaltsstoffen wie Beta-Carotin, Folsäure sowie Mineralstoffe wie Kalium, Calcium und Eisen. Aufgrund der Fülle an enthaltenen Aktivstoffen wird der Löwenzahn öfters auch „europäischer Ginseng“ genannt.

Vitamin C im Frühjahr

Löwenzahn kann von der Wurzel bis zur Blüte in der Küche genutzt werden. „Die Blätter enthalten das meiste Vitamin C im Frühjahr, die Wurzel ist vor allem im Herbst reich an Inulin“, heißt es auf den Internetseiten des Verbands für Unabhängige Gesundheitsberatung (UGB). Im Salat seien besonders die jungen Löwenzahnblätter gut aufgehoben, die im Frühjahr aus dem Boden sprießen. Gegen den etwas bitteren Geschmack empfiehlt der UGB, die Blätter eine Weile in Salzwasser zu legen oder in der Salatsoße ziehen zu lassen. Wem die festen Blätter als Salat zu herb sind, könne sie mit Blattsalat, geriebenen Möhren oder Kohlrabi mischen. „Die Blätter kann man auch dünsten und ähnlich wie Spinat verwenden“, erklärt der UGB. Mit anderen Wild- und Gartenkräutern gemischt könne auch eine schmackhafte Suppe oder ein würziger Kräuterquark gezaubert werden.

Als Heilpflanze ist Löwenzahn vor allem wegen seiner Bitterstoffe bekannt. Sie regen die Verdauungssäfte an. Zudem wurde auch eine harntreibende Wirkung nachgewiesen, die möglicherweise auf die hohe Kaliumkonzentration zurückzuführen ist. Auch bei rheumatischen Erkrankungen und Ekzemen kommt die Heilpflanze zum Einsatz. Die getrockneten Blätter und Wurzeln des Löwenzahns werden als Tee angeboten. Zusätzlich sind Tinkturen oder andere Extrakte in Apotheken und Reformhäusern erhältlich.

Löwenzahn ist zumeist gut verträglich und besitzt kaum Nebenwirkungen. Bei Gallensteinleiden oder Verschluss der Gallengänge sowie Leberfunktionsstörungen sollte Löwenzahn jedoch nur nach Rücksprache mit dem Arzt verwendet werden. Häufiger Kontakt mit dem Milchsaft der Pflanze kann auch zu einer Kontaktdermatitis führen. Unter dem Namen Taraxacum wird der Löwenzahn übrigens auch homöopathisch verwendet.