Der dumpfe, drückende Schmerz im Kopf

Spannungskopfschmerzen treten oft als ziehende Schmerzen auf, die sich erst im Stirn- und Nackenbereich bemerkbar machen und dann allmählich weiter ausbreiten. (Foto: Fotolia / LyriX)
Spannungskopfschmerzen treten oft als ziehende Schmerzen auf, die sich erst im Stirn- und Nackenbereich bemerkbar machen und dann allmählich weiter ausbreiten. (Foto: Fotolia / LyriX)

Spannungskopfschmerzen können auch chronisch werden.

(dbp/fru) Es gibt sehr viele Kopfschmerzarten, aber laut Deutscher Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) leiden etwa 90% der Kopfschmerzpatienten entweder an  Migräne,  einem  Kopfschmerz   vom   Spannungstyp (auch Spannungskopfschmerz genannt) oder einer  Kombination  aus  beiden. Der Spannungskopfschmerz wird von Betroffenen wie ein Schraubstock am Kopf oder ein stählernes Band empfunden, das sich um die Stirn spannt. Frauen sind häufiger als Männer betroffen und in manchen Fällen können die Schmerzen sogar chronisch werden.

Ursachen nicht vollständig geklärt

Bei Spannungskopfschmerzen handelt es sich eher um leichte bis mäßige Schmerzen, die sich über beide Kopfhälften (überwiegend Nacken oder Stirn) erstrecken und nicht pulsieren. Anders als bei Migräne-Anfällen reagieren die Betroffenen in der Regel nicht lichtempfindlich und leiden auch nicht unter Übelkeit. Nach Angaben des Berufsverbands Deutscher Neurologen (BDN) können die Beschwerden eine halbe Stunde bis eine Woche lang andauern.

Die Ursachen des Schmerzes sind nicht vollständig geklärt. Es wird vermutet, dass eine Verspannung der Muskulatur im Nacken-, Schulter-, oder Gesichtsbereich, überanstrengte Augen, Stress oder auch Angstgefühle dahinter stecken. Als Schmerzverstärker gelten zudem Arbeiten in schlecht belüfteten Räumen, eine ständige Körperfehlhaltung oder auch sonstige psychosoziale Belastungen, erklärt der BDN weiter auf seinen Internetseiten www.neurologen-im-netz.de.

Freiverkäufliche Schmerzmittel nicht dauerhaft einnehmen

Wenn Beschwerden nur vereinzelt auftreten, lassen sie sich zum Beispiel mit Bewegung, Aktivität an der frischen Luft oder Entspannungstechniken schnell beheben. Dann ist auch kein Gang zum Arzt notwendig. Auch freiverkäufliche Schmerzmittel können kurzfristig helfen. „Bei gelegentlichen, vorübergehenden Spannungskopfschmerzen ist eine kontrollierte Selbstbehandlung mit frei verkäuflichen Schmerzmedikamenten wie Acetylsalicylsäure, Ibuprofen oder Paracetamol in Ordnung. Die Einnahme sollte jedoch seltener als 10 Mal im Monat erfolgen. Auch Pfefferminzöl oder Tigerbalsam, die auf die Schläfen gestrichen werden, können Linderung bringen. Kommt es jedoch öfter im Monat über eine längere Dauer zu Beschwerden, sollte unbedingt eine professionelle Therapie erfolgen, damit der Kopfschmerz nicht chronisch wird“, rät Dr. Frank Bergmann, Vorsitzender des Berufsverbandes Deutscher Nervenärzte (BVDN).

Menschen, die unter ständig wiederkehrenden Spannungskopfschmerzen leiden, sollten definitiv einen Arzt aufsuchen, um mögliche andere Erkrankungen als Ursache auszuschließen. Erfahrung mit der Unterscheidung der zahlreichen verschiedenen Kopfschmerzarten haben Schmerztherapeuten. Sie können am besten entscheiden, welche Therapie sinnvoll ist, denn jede Kopfschmerzart erfordert eine andere Herangehensweise. Wer an 15 Tagen oder mehr im Monat unter Spannungskopfschmerzen leidet, hat laut DMKG bereits einen chronischen Spannungskopfschmerz. Für die Diagnose des Kopfschmerztyps ist es besonders hilfreich, ein Kopfschmerztagebuch zu führen und darin die Dauer der Schmerzen, mögliche Auslöser, die Stärke und den Verlauf zu dokumentieren.

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