Depression: Die optimale Therapie im Gehirn ablesen

Medikamente gegen Depressionen helfen nur einem Teil der Patienten. (Foto: Deklofenak / Fotolia)
Medikamente gegen Depressionen helfen nur einem Teil der Patienten. (Foto: Deklofenak / Fotolia)

(dbp/spo) Ob bei einer schweren Depression Medikamente oder eher eine Psychotherapie am besten helfen, könnte in Zukunft anhand bestimmter Gehirnaktivitäten vorhergesagt werden.

Im Rahmen einer Studie haben US-amerikanische Forscher die Gehirnareale schwer depressiver Patienten untersucht, und zwar mithilfe einer Positronen-Emissions-Tomografie (PET). Die PET misst den Glukoseverbrauch einzelner Hirnregionen. Besonders geachtet hatten die Wissenschaftler auf die Reaktion in der sogenannten Inselrinde (Insula), die über dem Ohr liegt und zu jenen Schaltstellen gehört, die das Gefühlsleben beeinflussen.

Der Glukoseverbrauch ist entscheidend

Das Ergebnis: Jenen Depressiven, in deren Insula der Glukoseverbrauch im Vergleich zum restlichen Gehirn niedrig war, half später bei der Behandlung eher eine kognitive Verhaltenstherapie. Jenen mit hohem Verbrauch halfen dagegen eher Medikamente.

An der Studie hatten nur 67 Patienten teilgenommen, weshalb die Ergebnisse noch anhand weiterer Tests überprüft werden müssen, wie der Berufsverband Deutscher Nuklearmediziner mitteilt. Bestätigen sich die Erkenntnisse, könne das die Behandlung von Menschen mit Depressionen verbessern. Denn oft vergehen in der Praxis Monate oder sogar Jahre, bis Psychiater und Patient die passende Behandlungsmethode gefunden haben, auf die der Betroffene gut anspricht.