Den Wechsel sportlich nehmen

Gezielte und regelmäßige körperliche Aktivität ist praktische Osteoporose-Prophylaxe. (Foto: aletia2011 / Fotolia)
Gezielte und regelmäßige körperliche Aktivität ist praktische Osteoporose-Prophylaxe. (Foto: aletia2011 / Fotolia)

Sport hält gesund – insbesondere in den Wechseljahren

(dbp/nas) Wenn Frauen in die Wechseljahre kommen, dann bedeutet das psychisch wie auch körperlich radikale Veränderungen. Der Hormonhaushalt stellt sich um – mit weitreichenden Folgen für die Gesundheit: Das Risiko insbesondere für Osteoporose sowie für Herz-Kreislauf- und Gefäßerkrankungen steigt. Deshalb ist es für Frauen besonders wichtig, sich schon möglichst frühzeitig möglichst fit zu halten, um dem entgegenzuwirken, sagt Professor Dr. Inka Wiegratz, Vizepräsidentin der Deutschen Menopausegesellschaft.

Nach der Menopause steigt das Krankheitsrisiko

Von der Hormonumstellung in den Wechseljahren sind nicht nur die Geschlechtsorgane betroffen. Östrogen hilft zum Beispiel auch, den Kalziumentzug aus den Knochen sowie den Abbau von Knochenmasse zu bremsen und es hat eine schützende Wirkung auf das Herz und die Gefäße. Deshalb sind Frauen nach der Menopause besonders gefährdet, an Osteoporose zu erkranken und auch das Risiko eines Herzinfarktes oder eines Schlaganfalles nimmt zu – zusätzlich zur altersbedingten Wahrscheinlichkeit.

Wer – unabhängig von einer Hormonersatztherapie oder einer Behandlung mit Hormonen aus der Natur – etwas für seinen Körper tun will, der sollte Sport treiben, um den negativen Begleiterscheinungen der Wechseljahre Paroli zu bieten. Wichtig ist das vor allem auch, um Übergewicht abzubauen oder einer Gewichtszunahme vorzubeugen: „Zwei Drittel aller Frauen sind übergewichtig oder bereits adipös und allein das ist schon ein ungünstiger Faktor“, erklärt Professor Wiegratz. Zu viel Gewicht belastet Gelenke und Bewegungsapparat und begünstigt Erkrankungen des Herz- und Gefäßsystems ebenso wie Diabetes oder Brustkrebs.

Sport hat einen vorbeugenden Effekt

Dass Sport einen präventiven Effekt bei Brust- und auch bei Darmkrebs hat, ist inzwischen anhand von Studien erwiesen. Ein weiterer Vorteil: Wer sich bewegt, der bleibt beweglicher. Werden die Knochen durch körperliches Training belastet, dann bekommen diese wichtige Impulse, die einer Osteoporose entgegenwirken können. Insbesondere Frauen mit einer diesbezüglichen erblichen Vorbelastung sollten sich deshalb sportlich betätigen.

Dreimal in der Woche ist bereits eine gute Basis, um fit zu werden oder zu bleiben, sagt Professor Wiegratz. Die Gynäkologin rät, es gerade am Anfang, wenn man vielleicht erst in höherem Alter mit dem Sport anfängt, nicht gleich zu übertreiben und sich etwas zu suchen, woran man wirklich Spaß hat. Was eine Gewichtsabnahme beziehungsweise das Vermeiden von Übergewicht betrifft, warnt Professor Wiegratz indes vor Crash-Diäten, die dem Körper eher schaden. Sport und eine langfristige Ernährungsumstellung seien die beste Möglichkeit. Dabei sollte man in den Wechseljahren Kalorien reduzieren, aber auf eine ausreichende Zufuhr von Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen achten.