Den Schmerz einfach ausblenden

Etwa zehn Prozent der Menschen sind sehr gut hypnotisierbar. Bei 80 Prozent funktioniert es immerhin noch gut, bei weiteren zehn Prozent dagegen schlecht. (Foto: proDente e.V. / Johann Peter Kierzkowski)
Etwa zehn Prozent der Menschen sind sehr gut hypnotisierbar. Bei 80 Prozent funktioniert es immerhin noch gut, bei weiteren zehn Prozent dagegen schlecht. (Foto: proDente e.V. / Johann Peter Kierzkowski)

Zahnärztliche Hypnose soll die Behandlung von Angstpatienten erleichtern.

(dbp/spo/fru) Viele Patienten haben Angst vor dem Zahnarztbesuch. Allein der Gedanke daran lässt sie schon erschaudern und so werden dringend notwendige Zahnarztbesuche immer weiter hinausgeschoben – teilweise mit schlimmen Folgen für die eigene Zahngesundheit. Hier könnte eine Behandlung unter Hypnose die Lösung sein, um die Zahnarztangst (Dentalphobie) zumindest für die Dauer der Behandlung zu überwinden. Denn es wäre schon praktisch, die Behandlung einfach verschlafen zu können. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Zahnärztliche Hypnose (DGZH) können Patienten dieser Idee mit Hilfe einer Trance zumindest nahekommen.

 

Dumpfer Druck statt Schmerz

 

Ziel der zahnärztlichen Hypnose sei es, dass der Patient mit geschlossenen Augen und völlig entspannt auf dem Stuhl liegt. Seine Muskeln sollen sich lockern und der Mund nachgeben. Während der Behandlung soll er so tief in eine Gedankenwelt eintauchen – z. B. mit angenehmen Erinnerungen an einen Urlaub – dass die Arbeit des Zahnarztes ins Hintertreffen gerät. Die natürlichen Reflexe des Patienten bleiben dabei erhalten und er reagiert weiterhin auf Ansprache. Auch das Empfinden im Mund bleibt während der Trance bestehen, allerdings kann sich z. B. der Schmerz des Zahnziehens in das angenehmere Gefühl eines dumpfen Drucks umwandeln. Weil die Hypnose mittels persönlichen Gesprächs zeitaufwändig ist, gibt es auch die Möglichkeit, dass Patienten CDs mit Hypnoseanleitungen hören. Der Vorteil: Durch das Benutzen von Kopfhörern können auch Bohrgeräusche übertönt werden.

 

Laut den Experten der DGZH seien zehn Prozent der Menschen sehr gut hypnotisierbar. Bei 80 Prozent funktioniere es noch gut, bei weiteren zehn Prozent schlecht. Voraussetzung für den Erfolg ist, dass der Patient sich gut auf eine Sache konzentrieren kann. „Die Persönlichkeit des Patienten, die Qualität der Hypnose und die allgemeine Situation bestimmen dann, ob ein hypnotischer Zustand erreicht wird und wie tief die Hypnose ist“, erklärt auch André Wannemüller, Diplom-Psychologe von der Bergischen Universität Wuppertal, auf den Seiten der Initiative proDente. Und zudem würde trotz einer Hypnose die Angst nach der Behandlung auch weiterhin bestehen bleiben.